Spiegel 3.0 Print-Betriebsrat schießt weiter gegen Büchner und Saffe

Mittwoch, 29. Oktober 2014
Im Spiegel-Verlag kehrt keine Ruhe ein
Im Spiegel-Verlag kehrt keine Ruhe ein
Foto: Foto: Jürgen Herschelmann

Im Spiegel-Verlag haben Geschäftsführer Ove Saffe und Chefredakteur Wolfgang Büchner weiter mit massivem Gegenwind zu kämpfen. Der Print-Betriebsrat wirft den Erfindern des Spiegel-3.0-Konzepts vor, "verantwortungslos" zu handeln. Die Existenz des Magazins stehe auf dem Spiel.
  • Ove Saffe: Der Geschäftsführer des Spiegel Verlags hat Büchner lange den Rücken gestärkt
    Ove Saffe: Der Geschäftsführer des Spiegel Verlags hat Büchner lange den Rücken gestärkt (Bild: Spiegel Verlag)
  • Wolfgang Büchner: "Spiegel"-Chefredakteur auf Abruf?
    Wolfgang Büchner: "Spiegel"-Chefredakteur auf Abruf? (Bild: Spiegel Verlag)
  • Julia Jäkel hat als Chefin des Anteilseigners G+J (25,5 Prozent) beim "Spiegel" ein Wörtchen mitzureden
    Julia Jäkel hat als Chefin des Anteilseigners G+J (25,5 Prozent) beim "Spiegel" ein Wörtchen mitzureden (Bild: G+J)
  • Hat er Giovanni di Lorenzo vergrault? Jacob Augstein ist Vertreter der Augstein-Erben, die 24 Prozent am "Spiegel" halten.
    Hat er Giovanni di Lorenzo vergrault? Jacob Augstein ist Vertreter der Augstein-Erben, die 24 Prozent am "Spiegel" halten. (Bild: Spiegel Verlag)
  • Ohne Thomas Hass, den Sprecher der Geschäftsführung der Mitarbeiter KG , geht beim "Spiegel" wenig
    Ohne Thomas Hass, den Sprecher der Geschäftsführung der Mitarbeiter KG , geht beim "Spiegel" wenig (Bild: Spiegel Verlag)
  • Nikolaus Blome: Als Büchner den Ex-"Bild"-Mann in die "Spiegel"-Chefredaktion holte, machte er sich keine Freunde
    Nikolaus Blome: Als Büchner den Ex-"Bild"-Mann in die "Spiegel"-Chefredaktion holte, machte er sich keine Freunde (Bild: Spiegel Verlag)
  • Klaus Brinkbäumer: Der Stellvertretende Chefredakteur könnte der neue starke Mann des "Spiegel" werden
    Klaus Brinkbäumer: Der Stellvertretende Chefredakteur könnte der neue starke Mann des "Spiegel" werden (Bild: Spiegel Verlag)
  • Auch Clemens Höges ist Stellvertretender Chefredakteur des "Spiegel"
    Auch Clemens Höges ist Stellvertretender Chefredakteur des "Spiegel" (Bild: Spiegel Verlag)
  • Matthias Schmolz ist Verlagsleiter und Prokurist beim "Spiegel"
    Matthias Schmolz ist Verlagsleiter und Prokurist beim "Spiegel" (Bild: Spiegel Verlag)
  • Rolf-Dieter Schulz ist ebenfalls als Verlagsleiter und Prokurist beim "Spiegel" tätig
    Rolf-Dieter Schulz ist ebenfalls als Verlagsleiter und Prokurist beim "Spiegel" tätig (Bild: Spiegel Verlag)
  • Jan Siegel hat ebenfalls Prokura beim Hamburger Nachrichtenmagazin
    Jan Siegel hat ebenfalls Prokura beim Hamburger Nachrichtenmagazin (Bild: Spiegel Verlag)
  • Katharina Borchert ist Geschäftsführerin von Spiegel Online
    Katharina Borchert ist Geschäftsführerin von Spiegel Online (Bild: Spiegel Verlag)
  • Barbara Hans ist Stellvertretende Chefredakteurin von Spiegel Online, das ebenfalls von Büchner geleitet wird
    Barbara Hans ist Stellvertretende Chefredakteurin von Spiegel Online, das ebenfalls von Büchner geleitet wird (Bild: Spiegel Verlag)
  • Auch Florian Harms berichtet als Stellvertretender Spiegel-Online-Chefredakteur an Büchner
    Auch Florian Harms berichtet als Stellvertretender Spiegel-Online-Chefredakteur an Büchner (Bild: Spiegel Verlag)
  • Auch er gehört der Chefredaktion von Spiegel Online an: Roland Nelles
    Auch er gehört der Chefredaktion von Spiegel Online an: Roland Nelles (Bild: Spiegel Verlag)
  • Sabine Jünger ist Geschäftsführerin des Spiegel-Vermarkters Quality Channel
    Sabine Jünger ist Geschäftsführerin des Spiegel-Vermarkters Quality Channel (Bild: Spiegel Verlag)
  • Teilt sich die Quality-Channel-Geschäftsführung mit Jünger: Norbert Facklam
    Teilt sich die Quality-Channel-Geschäftsführung mit Jünger: Norbert Facklam (Bild: Spiegel Verlag)
Nachzulesen sind die Anschuldigungen in einem Schreiben, das der Print-Betriebsrat nach HORIZONT-Informationen bereits vor 12 Tagen via Newsletter verbreitet hat - und das offenbar erst jetzt an den Springer-Titel "Bilanz" durchgesteckt wurde, der das Schreiben im Wortlaut veröffentlicht. Warum derlei Interna an die Öffentlichkeit geraten, ist klar: Der Betriebsrat des gedruckten Magazins will den Druck auf Geschäftsführung und Chefredaktion weiter erhöhen - und Spiegel 3.0 verhindern. Das umstrittene Konzept, das Chefredakteur Wolfgang Büchner und Geschäftsführer Ove Saffe wie berichtet vor rund zwei Monaten vorgestellt hatten, sorgt seitdem für dicke Luft. Vor allem der Plan, die Print-Ressortleiterposten neu auszuschreiben und gemeinsame Ressortleitungen für Magazin und Online-Auftritt zu schaffen, kommt bei den Arrivierten verständlicherweise nicht sonderlich gut an. Weshalb in den vergangenen Wochen auch zahlreiche böse Briefe verschickt und Rücktrittsforderungen an den Chefredakteur gerichtet wurden
Spiegel Hochhaus
Bild: Foto: Jürgen Herschelmann

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Dass der Print-Betriebsrat von den Spiegel-3.0-Plänen nicht viel hält, ist nicht überraschend. Neu sind allerdings die Argumente, mit denen die Arbeitnehmervertretung die Pläne verhindern will. So werde der geplante Umbau, den Büchner und Saffe aus Sicht des Betriebsrats "ohne grünes Licht der Gesellschafter handstreichartig umsetzen", den Verlag "finanziell erheblich belasten", heißt es in dem Schreiben.

Ove Saffe
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Begründet wird das unter anderem damit, dass ein Anwalt die Befristungsklausel in den Ressortleiterverträgen für unwirksam erklärt habe. "Der Plan der Geschäftsführung, die Ressortleiterstellen einfach neu auszuschreiben, ist deshalb nicht nur unanständig gegenüber den bisherigen Stelleninhabern. Er kann auch aus rechtlichen Gründen nicht, oder jedenfalls nur mit immensen Kosten, umgesetzt werden", mutmaßt der Betriebsrat, der entsprechend mit hohen Kosten nicht nur für die Eingruppierung der Online-Führung, sondern auch für eventuelle Abfindungen und die Weiterbezahlung nicht mehr erwünschter Print-Ressortleiter rechnet.

Wie teuer es am Ende werden könnte, ist unklar. In dem Schreiben heißt es, die Spiegel-Geschäftsführung rechne mit Kosten zwischen drei und zehn Millionen Euro. Überprüfen lasse sich das aber nicht. Auch weil der Verlag angeblich keine Wirtschaftlichkeitsanalyse vorgenommen hat, zieht der Betriebsrat die rote Karte. Die Dimension des Vorhabens habe das Potential, "den Spiegel in seiner Existenz zu bedrohen",  heißt es in dem Schreiben. Die Gesellschafter müssten diese "unhaltbare Situation" endlich klären. mas
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