Sparpläne "Spiegel" will Leistungen für neue Mitarbeiter kürzen

Montag, 25. November 2013
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Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" ist nicht nur vom Selbstverständnis her eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Presselandschaft, auch die Vergütung ist ungewöhnlich gut. Doch auch das "Sturmgeschütz der Demokratie" bekommt die Verschiebungen in der Medienbranche zu spüren. Nun sollen die üppigen Zusatzleistungen für neue Mitarbeiter gestrichen werden.
Die Geschäftsführung will den sogennanten "Hausbrauch", in dem der Verlag die übertariflichen Leistungen für Mitarbeiter festgelegt hat, für Neueintritte nach dem 28. Februar 2014 komplett kündigen. Das habe Geschäftsführer Ove Saffe und der Verlagsleiter Personal dem Betriebrat "mit einer knappen Mitteilung" angekündigt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Zu den Leistungen, die nun zur Disposition stehen, gehören unter anderem das 14. Monatsgehalt nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit, die Jahresschlussvergütung, Heirats- und Geburtsbeihilfen, Treueprämien, erweiterte Lohn- und Gehaltszahlungen im Krankheitsfall über die sechste Woche hinaus, zusätzlichen Urlaub für ältere Redakteure etc.pp.

Laut Verlag soll der Hausbrauch neu verhandelt werden. Die "Anpassung" sei eine von mehreren Maßnahmen, "um die Bereichskosten mittelfristig zu senken". Der Betriebsrat will sich "mit aller Macht gegen einen solchen Kahlschlag für neuere Mitarbeiter wehren". Außerdem beklagt die Mitarbeitervertretung, es werde "nicht mehr miteinander gesprochen oder verhandelt, es wird durchgezogen, was juristisch machbar erscheint". Der Betriebrat will zudem Hinweise darauf haben, dass "vor allem die Mitarbeiter mit geringen Gehältern beim Sparen herangezogen werden, während Besserverdienende weiterhin und außer der Reihe mit zum Teil fünfstelligen Summen bedient werden".

Auch der "Spiegel" werde "von der okönomischen Realität der Branche eingeholt", schreibt Hans Leyendecker in der "Süddeutschen Zeitung": "Es muss gespart werden. Gewissermaßen wird das Blatt normal."
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