Sparmaßnahmen WDR streicht "Lokalzeit" am Samstag

Mittwoch, 02. Juli 2014
WDR-Intendant Tom Buhrow (2.v.r.) bei der Vorstellung der Sparpläne (Foto: WDR)
WDR-Intendant Tom Buhrow (2.v.r.) bei der Vorstellung der Sparpläne (Foto: WDR)


100 Millionen Euro pro Jahr muss der WDR ab 2016 einsparen. Am Dienstag haben Intendant Tom Buhrow und sein Führungsstab weitere Details der umfassenden Sparpläne vorgestellt. Unter anderem die Samstagsausgabe der beliebten Nachrichtensendung "Lokalzeit" und die Talkshow "Plasberg Persönlich" fallen dem Rotstift zum Opfer.
Insgesamt habe man die Einschnitte im Fernsehprogramm so schonend wie möglich gestalten wollen - etwa durch eine effizientere Produktion oder die Reduzierung der Folgenzahl bei bestimmten Formaten. Außerdem sollten Informationssendungen und fiktionale Formate weitgehend verschont bleiben. Weitgehend - aber eben nicht völlig. So kommt mit der "Lokalzeit" auch eine der erfolgreichsten Info-Sendungen des WDR nicht ungeschoren davon. So wird die "Lokalzeit" am Samstag in eine serviceorientierte und landesweite Sendung umgewandelt - und in ihrer jetzigen Form damit faktisch gestrichen. Die Maßnahme bringe dem gesamten Bereich die dringend notwendige finanzielle Entlastung, betont der WDR. Ansonsten hätte die Zahl der Studios reduziert werden müssen, teilte Fernsehdirektor Jörg Schönenborn bei der Vorstellung der Sparpläne mit. Die neue Sendung am Samstag soll künftig "verstärkt über das Wochenend- und Freizeitgefühl im Land berichten".

Weitere Kürzungen betreffen vor allem die Bereiche Unterhaltung und Talks: So wird die Sendung "Plasberg Persönlich" mit Frank Plasberg Ende des Jahres eingestellt. Außerdem will sich der WDR künftig "deutlich weniger" an der Finanzierung von ARD-Unterhaltungsshows beteiligen. Innovative Unterhaltungsformate wie zum Beispiel neue Projekte mit Olli Dittrich und die im Sommer startende Ensemble-Comedy sollen dagegen gestärkt werden.

Auch die Hörfunkprogramme müssen sparen: So werden künftig mehr Inhalte von anderen ARD-Sendern übernommen, mehr Wiederholungen gesendet und Veranstaltungen gestrichen. Keine größeren Kürzungen soll es dagegen in der aktuellen und regionalen Berichterstattung geben. Auch die "Hochkultur", inklusive des Klangkörpers, soll ihren Stellenwert im Programm beibehalten.

WDR-Intendant Tom Buhrow hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr vor massiven Deckungslücken in den kommenden Jahren gewarnt. Der WDR blicke in einen "gigantischen strukturellen Abgrund", teilte er im Oktober mit. Die notwendige Folge: Ein massives Sparprogramm. Im Juni hatte der WDR bereits die Streichung von 500 Planstellen bis 2020 angekündigt. dh
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