Sparkurs Springer bündelt Redaktionen von "Bild" und "B.Z."

Mittwoch, 24. Juli 2013
Axel Springer legt die Redaktionen seiner Berliner Zeitungen zusammen
Axel Springer legt die Redaktionen seiner Berliner Zeitungen zusammen


"Bild Berlin" und "B.Z." entstehen künftig unter einem Dach: Axel Springer legt die Redaktionen der Boulevardzeitungen zusammen. Knapp 50 Stellen fallen dadurch weg. Außerdem eröffnet die "Bild" ein neues Büro in Los Angeles, das vor allem die internationale Nachrichtenlage im Auge behalten soll, wenn die deutsche Zentrale schläft. Am 3. November zieht die "B.Z." von ihrem Domizil am schicken Kurfürstendamm wieder zurück in das Axel-Springer-Haus. In der offiziellen Sprachregelung "bündeln 'Bild' und 'B.Z.' ihre Kräfte und stellen sich damit für die Herausforderungen der Digitalisierung neu auf". Allerdings spielen auch Kostengründe bei der Zusammlegung eine Rolle. So werden die Online-Bereiche beider Titel komplett zusammengeführt, die "B.Z." übernimmt die Redaktionssysteme der "Bild".

Knapp 50 Stellen fallen durch die Zusammenlegung der beiden Redaktionen weg, wie Axel Springer auf Nachfrage von HORIZONT.NET bestätigt. Betroffen sind Redaktion und Verlagsbereiche. Man versuche, den Stellenabbau durch Altersteilzeit, Versetzungen und die Beendigung befristeter Verträge zu bewerkstelligen, könne aber auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen.

Auf der Führungsebene werden die beiden Redaktionen personell verschränkt: Die Redaktionsleiterin von "Bild Berlin" Miriam Krekel, 36, wird zusätzlich Stellvertretende Chefredakteurin der "B.Z." Michael Pagel, 38, Stellvertretender Chefredakteur "B.Z.", ist zukünftig auch Redaktionsleiter von "Bild Berlin". "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann wird zum 1. November 2013 gleichzeitig Herausgeber der "B.Z.".

Auch auf regionaler Ebene baut die "Bild" um: Die Koordinierung der Regionalausgaben wird an den Standorten Hamburg, Essen, Frankfurt, München und Leipzig gebündelt. Dort werden außerdem neue Stellen für die Online-Berichterstattung geschaffen. An den 15 weiteren regionalen Standorten sollen sich die Reporter und Fotografen zukünftig "ausschließlich auf ihre journalistische Arbeit fokussieren".

Nicht zuletzt baut die "Bild" mit dem Ziel einer durchgehenden Online-Berichterstattung ein neues Korrespondentenbüro in Los Angeles auf. Dieses soll die internationale Nachrichtenlage beobachten, wenn die Redaktionen in Deutschland Feierabend haben. Im Gegenzug wird das Korrespondenten-Büro in Rom geschlossen.

"Bild ist immer dort, wo die Leser sind. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, muss sich die Redaktion ständig verändern und neu erfinden", begründte "Bild"-Chef Kai Diekmann die Umstrukturierungen. "Mit unserer neuen regionalen und internationalen Aufstellung schaffen wir uns Spielraum und bessere Möglichkeiten, um uns in der journalistischen Arbeit noch mehr auf die Nutzungsgewohnheiten und Erwartungen unserer Leser einzustellen. Außerdem können wir neben der gedruckten Zeitung noch konsequenter alle digitalen Plattformen bedienen." dh
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