Social Media Facebook ist nicht mehr das meistgenutzte soziale Netzwerk

Mittwoch, 13. Januar 2016
In diesem Fall muss der Daumen wohl nach unten zeigen: Facebook ist nicht mehr der Social-Media-Primus
In diesem Fall muss der Daumen wohl nach unten zeigen: Facebook ist nicht mehr der Social-Media-Primus
Foto: Facebook

Facebook ist nicht mehr das meistgnutzte soziale Netzwerk in Deutschland. Das berichtet das Beratungsunternehmen Faktenkontor im - nach eigenen Angaben - online-repräsentativen "Social-Media-Atlas 2015/2016". Zwar besuchen noch 87 Prozent der Social-Media-Nutzer das Netzwerk von Mark Zuckerberg, doch dies sei für Facebook die niedrigste Quote seit 2012.
Social-Media-Primus ist nun Youtube. Die Video-Plattform konnte ihren Anteil leicht ausbauen und führt mit 88 Prozent das Ranking der meistgenutzten Plattformen hierzulande an. Facebook hingegen kämpft schon seit längerer Zeit mit dem Rückgang der Nutzer, die aktiv eigene Beiträge beisteuern. Den Berechnungen von Faktenkontor zufolge haben 2012 noch 58 Prozent der Social-Media-Nutzer in Deutschland auf Facebook eifrig Posts und Kommentare verfasst sowie Bilder und Videos eingestellt, 2014 waren es nur noch 38 Prozent. Nun fiel dieser Wert um weitere vier Prozentpunkte. Facebook sieht das naturgemäß anders. Den Angaben des Netzwerkes zufolge ist die Anzahl aktiver Nutzer im Verlauf der vergangenen Jahre auf nun 27 Millionen hierzulande gestiegen. Der Unterschied kommt durch verschiedene Definitionen von "aktiv" Zustande. Das US-Unternehmen bezeichnet damit Nutzer, die sich mindestens einmal im Monat einloggen, bei Faktenkontor sind es Nutzer, die selbst eigene Inhalte erstellen.

Bislang konnte Facebook den von Faktenkontor beschriebenen Rückgang immer durch einen Zuwachs von passiven Nutzern ausgleichen, so genannte "Lurker". Diese "Lauernden" konsumieren im Web Inhalte, steuern aber selbst keine oder kaum eigene bei. Und selbst dieser Anteil sinkt seit Neuestem bei Facebook: Der Anteil der passiven Nutzer sank von 55 Prozent im Jahr 2014 auf 53 Prozent im Jahr 2015.

"Diese Entwicklung war absehbar", sagt Roland Heintze, Social-Media-Experte beim Faktenkontor. "Soziale Netzwerke leben von den User-generierten Inhalten. Je weniger Leute ein soziales Medium aktiv mit Leben füllen, umso unattraktiver wird es auch für passive Nutzer." Heintze geht davon aus, dass sich dieser Abwärtstrend bei Facebook weiter fortsetzen wird. ron
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