Social TV Buzz 2016 "Tagesschau" zieht am "Tatort" vorbei

Mittwoch, 18. Januar 2017
Tagesschau-Boss Kai Gniffke
Tagesschau-Boss Kai Gniffke
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Wenn sonntags der "Tatort" läuft, dann laufen bei Twitter traditionell die Leitungen heiß. Doch der ARD-Krimi-Klassiker hat im Social Web offenbar etwas an Zugkraft verloren. Dafür spricht eine Auswertung von Mediacom. Im Social-TV-Buzz-Ranking der Mediaagentur für das Jahr 2016 liegt ein anderes ARD-Format vorn - die "Tagesschau".

Für das Social-TV-Buzz-Ranking hat Mediacom rund elf Millionen öffentliche Posts und Tweets zu 245 TV-Formaten im Jahr 2016 ausgewertet. Das Ergebnis dürfte ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke freuen: Denn die „Tagesschau“ war 2016 das meistdiskutierte deutsche TV-Format auf Facebook und Twitter.

Die erfolgreichsten TV-Formate im Social Web 2016

Quelle: Mediacom
Laut Mediacom hat der Nachrichten-Klassiker insgesamt 1,41 Millionen Tweets und Posts eingefahren. Damit überholt die „Tagesschau“ den Vorjahresprimus „Tatort“. Die rund 655.700 Erwähnungen reichen zwar für Rang 2, bedeuten aber gegenüber dem Vorjahr ein sattes Minus von 13 Prozent.

Der Rückgang wird auch mit den schwächelnden Quoten begründet. Mediacom verweist auf GfK-Zahlen, denen zufolge das Krimi-Format 2016 durchschnittlich etwa eine halbe Millionen Zuschauer weniger erreichte als im Vorjahr. 

Auf Rang 3 im Social TV-Jahresranking landet das RTL-"Dschungelcamp" mit insgesamt 627.500 Erwähnungen, gefolgt von ARD-Talkerin "Anne Will" mit rund 494.000 Erwähnungen, dem inzwischen eingestellten 1-Live-Telefon-Talkradio-Format "Domian"(486.000 Postings), dem vom ZDF ausgestahlten "ESC" (446.000 Postings) und dem Pro-Sieben-Dauerbrenner „Germany’s Next Topmodel“ mit knapp 349.000 Social-Media-Beiträgen. Mit "ZDF heute" (344.000 Postings), "Neo Magazine Royale" (ZDF Neo / 316.000 Postings) und "Extra 3" (NDR / 313.000 Postings) schaffen es weitere öffentlich-rechtliche Formate in die Top 10, womit die Privatsender nur zwei Mal unter den ersten zehn vertreten sind - nämlich mit dem "Dschungelcamp" und "Germany´s Next Topmodel". 

Interessant ist auch, dass die Social-Media-Beteiligung an TV-Formaten zu stagnieren scheint. Nach eigenen Angaben hat Mediacom zum ersten Mal seit Start der Social TV- Analyse im Jahr 2013 keinen signifikanten Anstieg der User-Beteiligung gemessen. Obwohl die Mediaagentur mit insgesamt 245 Formaten mehr Sendungen als 2015 (179) untersuchte, steigt die Anzahl der Beiträge nur um acht Prozent von 10,10 Millionen auf 10,96 Millionen. Die Anzahl der Nettoautoren sei  im Vergleich zum Vorjahr sogar um zwei Prozent auf 2,21 Millionen gesunken.

„Mit Beginn des Jahres 2017 ist der Höhepunkt des Social Buzz zu TV Sendungen erreicht“, sagt Christian Franzen, Managing Director bei Mediacom. „Der Austausch rund ums Fernsehprogramm findet nicht nur auf Facebook oder Twitter, sondern zunehmend auch auf Snapchat, WhatsApp oder im Facebook Messenger statt. Die Beliebtheit von Social TV ist ungebrochen, die Kommunikation verlagert sich aber teilweise in nicht-öffentliche Social Media-Anwendungen, dem sogenannten Black Social“, so Franzen weiter. mas

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