Sky Deutschland Wie Sky Sport News HD auch im Free-TV punkten soll

Montag, 28. November 2016
Sky Sport News HD wandert Anfang Dezember ins Free-TV
Sky Sport News HD wandert Anfang Dezember ins Free-TV
Foto: Sky Deutschland

Am 1. Dezember beginnt bei Sky Sport News HD eine neue Zeitrechnung, denn ab diesem Datum ist der 24-Stunden-Sender für alle Zuschauer frei empfangbar. Welche Reichweite erhoffen sich die Verantwortlichen? Und wie soll sich der Schritt ins Free-TV auf die Vermarktung auswirken? HORIZONT Online hat dazu mit Sky-Sportvorstand Roman Steuer und Sky-Media-Geschäftsführer Thomas Deissenberger gesprochen.
Schon im Pay-TV legte Sky Sport News HD (SSNHD) zuletzt eine ordentliche Entwicklung hin: Im September 2016 schalteten insgesamt durchschnittlich 640.000 Zuschauer ein, was eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber Vorjahresmonat bedeutet. Die bislang größte Reichweite wurde am 20. November 2015 mit 910.000 Zuschauern ab drei Jahren erzielt. In der von Sky definierten Kernzielgruppe der männlichen Zuschauer zwischen 14 und 59 Jahren betrug der monatliche Marktanteil zuletzt 0,32 Prozent. Steuer traut dem Sender daher auch im Free-TV einiges zu: "Wir glauben, dass Sky Sport News HD als Free-to-Air-Sender stark genug ist, um in der bestehenden Senderlandschaft eine relevante Rolle zu spielen." Die Zuschauer sollen dabei mit viel exklusivem Content gelockt werden. So zeigt SSNHD am 2. Dezember das Bundesliga-Spiel Mainz 05 gegen Bayern München. Zudem setzt Sky auf umfangreiche Sport-Berichterstattung wie von der soeben gewonnenen Handball-Bundesliga sowie Eigenproduktionen wie die geplante neue Talkshow mit Moderatoren-Urgestein Jörg Wontorra.

Über Sky Sport News HD:

Sky Sport News HD wurde erstmals am 24. Februar 2011 angekündigt. Innerhalb von sechs Monaten stand der Newsroom in der Sky-Zentrale in Unterföhring, am 1. Dezember desselben Jahres ging der Sender on Air. Das Prinzip: SSNHD zeigt 24 Stunden am Tag Nachrichten aus der Welt des Sports im Rolling News-Prinzip.

Insgesamt arbeiten für SSNHD knapp 200 Mitarbeiter im Schichtbetrieb, darunter 60 Redakteure und Sendungsverantwortliche sowie jeweils 20 Moderatoren und Reporter. Hinzu kommen etwa 100 Mitarbeiter, die sich um die technische Abwicklung kümmern wie Cutter, Grafiker und Broadcast-Operator. Insgesamt produziert das Team Sky-Angaben zufolge 6570 Live-Stunden aus dem Newsroom pro Jahr. Mit der Nachtschleife zwischen 1 und 7 Uhr kommen nochmal 2190 Sendestunden pro Jahr hinzu.
Dieser Mix soll sich letztendlich auch auf die Werbeerlöse auswirken, die für Sky auf dem Weg zu dauerhafter Profitabilität zunehmende Bedeutung haben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete der vor fünf Jahren gestartete Vermarkter Sky Media bereits 81 Millionen Euro. Im laufenden Fiskaljahr soll die 100 Millionen-Marke fallen.

Sky-Media-Geschäftsführer Thomas Deissenberger glaubt, dass SSNHD als Free-TV-Sender einiges zu diesem Ziel wird beitragen können: 
"Das Paket, das wir im Sportbereich anbieten können, ist in Deutschland einzigartig – sowohl inhaltlich als auch in punkto Vermarktung. Wir sind überzeugt, dass wir unsere Relevanz am Werbemarkt mit SSNHD als Free-to-Air-Sender weiter ausbauen können."

Roman Steuer über...

Sky Sportchef Roman Steuer
Sky Sportchef Roman Steuer (Bild: Sky)
...die Strategie von SSNHD als Free-to-Air-Sender: "Sky Sport News HD wird im Free-TV auf fünf Säulen stehen: Die wichtigste Säule bleibt das Rolling-News-Prinzip, das es in dieser Form im frei empfangbaren deutschen Fernsehen nicht gibt. Damit stoßen wir in eine Lücke. Die weiteren Säulen sind Live-Sport, Highlight Berichterstattung, Dokus und Magazine sowie neue, eigenproduzierte Formate."

...Inhalte und Formate: "Als weitere Live-Inhalte werden wir beispielsweise ausgewählte Spiele der Handball Champions League, der Handball Bundesliga oder Tennisturniere der ATP World Tour zeigen. Außerdem werden wir im Januar die Auslosung der Finalrunde in der Uefa Champions League übertragen, der kommende Januar steht ganz im Zeichen der Transferperiode im europäischen Club-Fußball mit dem traditionellen Deadline-Day. Diese Terminen haben in der Vergangenheit regelmäßig Spitzenreichweiten erzielt."

...die geplante Talkshow mit Jörg Wontorra: "Jörg Wontorra ist einer der bekanntesten und profiliertesten Sportjournalisten in Deutschland. Wir glauben, dass wir dieses eigenproduzierte Top-Format am Sonntag gut platzieren können und dass es stark genug ist, um in diesem Umfeld anzutreten."

...die Quotenziele: "Wir wollen da hin, wo andere Sportsender bereits sind. Dabei geben wir uns aber Zeit: Wir sehen das als Entwicklung."

...den Sendeplatz: "Für Sky-Kunden ändert sich nichts: Sky Sport News HD ist seit dem Start von Sky 1 auf Sendeplatz 200 im HD-Bereich und 250 im SD-Bereich. Was die Platzierung bei anderen Zuschauern angeht, wünschen wir uns natürlich, dass SSNHD weiter vorne platziert wird. Hierzu befinden wir uns in Gesprächen mit Kabelnetzbetreibern und IPTV-Anbietern."

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Thomas Deissenberger über...

Thomas Deissenberger
Thomas Deissenberger (Bild: Sky Media)
...die Positionierung von SSNHD im Werbemarkt: "Mit der Maßnahme, Sky Sport News HD als Free-To-Air-Sender zu etablieren, setzten wir mit unserer Multiplattformstrategie auf vier tragende Säulen: Exklusiven Live-Sport im Pay-TV, 24/7-Sportnachrichten im Free TV, unsere kostenfreie digitale Plattform skysport.de ab Sommer 2017 sowie unsere Social-Media-Angebote auf Youtube, Facebook, Whatsapp, Twitter und Co. Wir wollen die Konsumenten mit einem attraktiven Angebot über alle Plattformen erreichen. Das wird von Zuschauern wie auch vom Werbemarkt stark nachgefragt."

die Ziele bei der Vermarktung: "Das Paket, das wir im Sportbereich anbieten können, ist in Deutschland einzigartig – sowohl inhaltlich als auch in punkto Vermarktung. Wir sind überzeugt, dass wir unsere Relevanz am Werbemarkt mit SSNHD als Free-to-Air-Sender weiter ausbauen können. Die Gespräche mit den Mediaagenturen und den Werbetreibenden bestärken uns in dieser Haltung: Die bisherige Resonanz ist durchweg positiv."

...Formate und Inventar: "Aus Vermarktungssicht ist dieser Schritt sehr wichtig für uns: Wir brauchen im Zuge unserer Wachstumsstrategie zusätzliche Plattformen, mehr Inventar und neue Formate. Die Entwicklung geht hierbei massiv in Richtung Sponsorships, Brand Integration und Native Advertising. Dieser Entwicklung wollen wir Rechnung tragen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der klassische 30-Sekünder seine Berechtigung verliert."
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