Skandal um "Deutschlands Beste" ZDF-Fernsehrat fordert Aufklärung

Dienstag, 15. Juli 2014
Ruprecht Polenz will Aufklärung im Fall "Deutschlands Beste" (Bild: ZDF/Carmen Sauerbrei)
Ruprecht Polenz will Aufklärung im Fall "Deutschlands Beste" (Bild: ZDF/Carmen Sauerbrei)


Der Skandal um manipulierte Ranglisten bei der ZDF-Show "Deutschlands Beste" zeiht wietere Kreise: Nun befasst sich auch der ZDF-Fernsehrat mit dem Fall. Das Gremium kündigte an, den Vorfällen "gründlich und umfassend" nachgehen zu wollen und am Ende Empfehlungen auszusprechen, "wie so etwas künftig verhindert werden kann". Wie der Fernsehrats-Vorsitzende Ruprecht Polenz in einem Schreiben an die Mitglieder des Gremiums ankündigte, soll sich allerdings im Vorfeld der zuständige Programmausschuss Programmdirektion der Sache annehmen, wenn möglich in einer zeitnahen Sondersitzung. Dabei solle dem Gremium genau erläutert werden, "wie es zu diesen Manipulationen kommen konnte und wer wann davon gewusst hat", wie es in einer ZDF-Mittleilung heißt. Eine Empfehlung des Fernsehrates soll in seiner nächsten Sitzug am 19. September erfolgen.

"Es geht nicht nur darum, dass gegenüber den dafür Verantwortlichen die notwendigen Konsequenzen gezogen werden. Es muss auch verlässlich sichergestellt werden, dass sich solche Vorgänge in Zukunft nicht wiederholen können. Hier ist auch der Fernsehrat gefordert", so Polenz. Zuvor hatte bereits ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler angekündigt, dass man eventuell auch "arbeitsrechtliche Konsequenzen" ziehen wolle. Die Verantwortlichen müssen also durchaus um ihren Job fürchten.

Ende vergangener Woche erklärte das ZDF, dass die Rangliste bei der am 2. und 3. Juli ausgestrahlten Sendung nicht den Ergebnissen der offiziellen Forsa-Umfrage entsprach, sondern dass die Redaktion eigenmächtig Veränderung vorgenommen hatte, um den angefragten Gästen der Show einen attraktiveren Rangplatz zu geben. Die beiden Zuschauer-Votings, eine Online-Befragung des ZDF und eine Abstimmung der "Hörzu"-Leser, waren zuvor wegen "methodischer Probleme" nicht in das Ergebnis mit eingeflossen. ire
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