"Signal an die Leser" Zeit Online will Paid Content einführen

Donnerstag, 18. Februar 2016
Rainer Esser
Rainer Esser
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Zeit Online Adblocker Rainer Esser


Zeit zum Zahlen: Zeit Online steht vor einem grundlegenden Strategiewechsel. Spätestens im Herbst will das Portal Paid Content einführen. Und Adblocker-Nutzer vor die Wahl stellen.

Bisher sind alle Zeit-Online-Beiträge kostenlos zu lesen, außerdem jede Woche rund ein Dutzend Texte aus der neuen gedruckten "Zeit"; nach jeweils zwei Wochen stehen alle Heftinhalte im Archiv gratis zur Verfügung. Diese Strategie sollte sich durch Werbeerlöse rechnen und dadurch, dass die Site als Verkaufskanal für journalistische (Digital-Abos) und nicht journalistische Bezahlprodukte des Hauses (Bücher, Weiterbildung, Reisen) dient. Auf diese Weise hatte Zeit Online nach jahrelangen Verlusten 2014 erstmals knapp die Gewinnschwelle überschritten. "Dies wollen wir durch das Aufstellen von Kassenhäuschen nicht gefährden", sagte "Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser noch vor einem Jahr.

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Nun kommen die Kassenhäuschen doch, zumindest für manche Artikel. Grund für die späte Abkehr von der Alles-Gratis-Unkultur, die andere Presseportale bereits hinter sich haben, ist das abflachende Online-Werbeplus. Nach meist zweistelligen Wachstumsraten waren es 2015 nur noch gut 5 Prozent. "Signifikante Vertriebserlöse" erwartet Esser nun zwar erstmal nicht, aber: "Wir möchten unseren Lesern ab jetzt signalisieren, dass auch auf Online ein Journalismus stattfindet, der nicht allein durch Werbung zu finanzieren ist – und der auch Geld wert ist." Mit der wachsenden Adblocker-Rate, die bei Zeit Online rund 25 Prozent beträgt, habe dies nichts zu tun. Um deren Nutzung einzudämmen, erwägt Esser ein ähnliches Wahlmodell wie G+J. Wie er diese Schritte weiter begründet und wie das geplante Bezahlmodell aussieht, das lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 7/2016, die am 18. Februar erscheint. rp

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