Sexismus-Vorwürfe Der "Südkurier" und seine missglückte Spielerfrauen-Benotung

Mittwoch, 04. Juni 2014
Der "Südkurier" bewertet in einer Galerie die Spielerfrauen (Screenshot: Suedkurier.de)
Der "Südkurier" bewertet in einer Galerie die Spielerfrauen (Screenshot: Suedkurier.de)


Das nennt man dann wohl ein klassisches Eigentor: Vergangene Woche analysierte der "Südkurier" aus Konstanz die optischen Qualitäten der deutschen Spielerfrauen - und traf dabei alles andere als den richtigen Ton. Satire, sagt der Verlag. Sexismus, sagen die User - und machem ihrem Ärger über die missratene Bildergalerie vor allem via Facebook & Co mächtig Luft. Dabei versucht der "Südkurier", die seit einigen Jahren aus den Medien bekannten Einzelbewertungen von Fußballern zu parodieren. Dabei sollte eigentlich klar sein, dass die objektive Kritik an der Leistung eines Spielers nicht mit der subjektiven Kritik an Personen zu vergleichen ist. So heißt es etwa über Claudia Lahm, Ehefrau von Nationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm: "Note 3. Claudia ist das Hannover 96 unter den Spielerfrauen: Unscheinbar, im Mittelfeld und weitgehend unbeachtet."

Bastian Schweinsteigers Partnerin Sarah Brandner attestiert der "Südkurier" zwar "definitiv eine der Leistungsträgerinnen der deutschen Mannschaft" zu sein. Gewichtsmäßig habe sie aber "noch Luft nach oben - mit zwei, drei Kilo mehr wäre der Gesamteindruck noch etwas runder". Monika Podolski kommt ebenfalls schlecht weg. Sie sei "Geschmackssache" und zeige "äußerlich eine solide Leistung, ist optisch aber eher Straßenfußballerin. Wirkt mit ihrem Ehemann wie eine jüngere Ausgabe der Geissens."

Keine Frage, dass derlei Kommentare über ein Jahr nach der #Aufschrei-Debatte für einen Shitstorm sorgen. Auf der offiziellen Facebook-Seite und bei Twitter äußern die Leser harsche Kritik und wundern sich über das Ausbleiben einer Stellungnahme des Verlags - auch auf eine Anfrage von HORIZONT.NET reagierte der "Südkurier" bislang nicht. Bei Facebook heißt es lediglich, die Bilderserie sollte ein satirisches Gegenstück zu den üblichen Spielerbewertungen nach Fußballspielen sein und sei natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen: "Wir wollten damit weder den Spielerfrauen selbst, noch unseren weiblichen Lesern zu nahe treten." fam








Meist gelesen
stats