Second Screen ade IAB verkündet das Ende des TV-dominierten Wohnzimmers

Freitag, 12. Februar 2016
Second Screen oder Multi-Screening, das ist hier die Frage
Second Screen oder Multi-Screening, das ist hier die Frage
Foto: Colourbox
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IAB Tim Elkington Matt Hill


Bislang gilt der Fernseher als das wichtigste Medium im heimischen Wohnzimmer. Doch die Ära der Flimmerkiste als Fixpunkt in der guten Stube neigt sich dem Ende entgegen. Das legt zumindest eine Studie des Internet Advertising Bureau UK nahe. Zugleich fordert das IAB, angesichts der sinkenden Bedeutung des TV nicht mehr vom Second Screen zu sprechen, sondern vielmehr von "Switch-Screening".
Laut der Studie "Real Living" des IAB UK ist der Fernseher nur noch für 50 Prozent der Online-Nutzer in Großbritannien der Mittelpunkt ihres Wohnzimmers. Dagegen nutzen 70 Prozent während des TV-Konsums ein Internet-Device, bei den 16- bis 34-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 87 Prozent. 34 Prozent der Befragten checken während des Fernsehens E-Mails, 31 Prozent nutzen Instant Messenger, 25 Prozent shoppen vor dem TV online. Laut der Studie, für die außerdem biometrische Daten aufgezeichnet wurden, beschäftigen sich Zuschauer beim Fernsehschauen rund 60 Prozent der Zeit mit anderen Dingen. "Die Nutzung von Second Screens ist mittlerweile so selbstverständlich, dass alle Bildschirme gleichwertig sind", sagt Tim Elkington, Chief Strategy Officer des IAB. "Es gibt keine Hierarchie mehr, sondern eine Fragmentierung der Aufmerksamkeit. Daher ist 'Switch-Screening' der exaktere Begriff."
„Die Nutzung von Second Screens ist mittlerweile so selbstverständlich, dass alle Bildschirme gleichwertig sind.“
Tim Elkington
Für die Studie wurde das Verhalten von rund 1050 Personen in ihren Wohnzimmern durch Befragungen, Video-Aufnahmen, einer Auswertung der Endgeräte und der Aufzeichnung biometrischer Daten erfasst.

Ein Vertreter von Thinkbox, der Gattungsmarketing-Initiative der britischen Privatsender, reagierte auf die Ergebnisse der Studie betont gelassen: "Wir haben während des Fernsehens immer schon andere Dinge getan und werden das auch weiterhin tun", sagte Matt Hill, Research and Planning Director von Thinkbox gegenüber "Business Insider". Die Nutzung von Second Screens hänge oft mit dem TV-Konsum zusammen - zum Beispiel, um sich mit Freunden über das Programm auszutauschen oder um Dinge zu kaufen, die man in der Werbung gesehen habe. dh
Viele Zuschauer surfen während des Fernsehens auch im Internet
Viele Zuschauer surfen während des Fernsehens auch im Internet (Bild: IAB)

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