Schwerpunkt Digitaler Wandel Deutsches Internet-Institut wird in Berlin gegründet

Dienstag, 23. Mai 2017
Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Vorstellung des Instituts
Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Vorstellung des Instituts
Foto: BMBF/ Hans-Joachim Rickel

Berlin bekommt den Zuschlag für das deutsche Internet-Institut. Die Einrichtung werde in der Hauptstadt von einem Konsortium aus fünf Hochschulen und zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Berlin und Brandenburg gegründet, teilte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka am Dienstag mit. "Wir haben gute Chancen, dass sich hier ein Leuchtturm - nicht nur im deutschen Bereich - sondern auch international entwickelt."

Das Institut solle "unabhängig und interdisziplinär" den digitalen Wandel erforschen, sagte die CDU-Politikerin. Dazu gehören etwa rechtliche, ethische, gesellschaftliche und ökonomische Fragen. Es geht um Aspekte des Datenschutzes, des Urheberrechts, der veränderten Informationskultur und beispielsweise um die konkrete Fragen, wie man Fake News und Hate Speech eindämmen könne. 

Die Projektleiterin der Bewerbung, Jeanette Hofmann, versprach: "Das neue Institut wird Maßstäbe setzen." Ziel sei, den grundlegenden Wandel der Gesellschaft durch die Digitalisierung zu begleiten und die vorhandenen Gestaltungsspielräume zu deutlich machen. "Auf diese Weise trägt das Institut zur Stärkung der Teilhabe und der demokratischen Selbstbestimmung in der vernetzten Gesellschaft bei", sagte die Professorin für Internetpolitik. 

Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), bezeichnete die Forschungseinrichtung als "Meilenstein für den Wissenschaftsstandort Berlin". Laut Wanka soll es nicht nur ein nationales Institut sein, sondern auch über die Grenzen Deutschlands hinaus ausstrahlen. Deshalb würden die Stellen international ausgeschrieben, "um die Besten in der Welt nach Deutschland zu holen". 

Das Forschungsministerium fördert das "Internet-Institut für die vernetzte Gesellschaft" - so der korrekte Titel - in den ersten fünf Jahren mit 50 Millionen Euro. Wo genau das Institut in Berlin sitzen soll, wurde noch nicht bekannt gegeben. 

Die Hauptstadt-Bewerber hatten sich in der Endrunde gegen fünf Kandidaten durchgesetzt. Im Rennen waren noch die Bayerische Akademie der Wissenschaften in München, die Leibniz Universität in Hannover, das Karlsruher Institut für Technologie und die Ruhr-Universität Bochum. dpa

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