"Schwere Instinktlosigkeit" Heribert Prantl liest Horst Seehofer und anderen Politikern die Leviten

Mittwoch, 21. Dezember 2016
Ein Freund klarer Worte: Heribert Prantl
Ein Freund klarer Worte: Heribert Prantl
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Horst Seehofer hat mit seiner erneuten Kritik an der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Tag nach dem Anschlag von Berlin für Empörung gesorgt. In einem Video-Kommentar geißelt Heribert Prantl, Innenpolitikchef der "Süddeutschen Zeitung" die Äußerungen des bayerischen Ministerpräsidenten als instinktlos. Auch AfD-Mann Herbert Gauland und der saarländische Innenminister Klaus Bouillon bekommen ihr Fett weg.
Horst Seehofer hatte nur einen Tag nach dem Anschlag mit einem Sattelschlepper auf einen Berliner Weihnachtsmarkt erneut die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin kritisiert. "Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere gesamte Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu justieren", sagte der bayerische Ministerpräsident am Dienstag in München - und erntet für seine Worte viel Kritik. 
In einem Video-Kommentar mit dem Titel "Das missbrauchte Attentat" geht Heribert Prantl, Leiter des Ressorts Innenpolitik bei der "SZ", hart mit Seehofer und anderen Politikern ins Gericht. "Das ist eine schwere Instinktlosigkeit, das ist ohne Anstand. Seehofer missbraucht das Attentat von Berlin", erklärt der sichtlich aufgewühlte Journalist.

Damit unterscheide sich Seehofer nur in Nuancen von dem AfD-Politiker Alexander Gauland, der der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung die Schuld an dem Attentat gegeben hat. "Das ist nicht Trauer. Das ist böse. Das ist perfide", so Prantl. "Man kann über die Flüchtlingspolitik streiten. Aber man tut dies nicht am offenen Sarg der Opfer."

Auch mit dem saarländischen CDU-Innenminister Klaus Bouillon, der am Dienstag den "Kriegszustand" ausgerufen hatte, geht der Ressortchef der "SZ" hart ins Gericht. Der Staat habe das Gewaltmonopol und müsse sich daher auch gewaltig anstrengen. "Dazu gehört es nicht, dass der Vorsitzende der Innenministerkonferenz von Krieg redet und in martialischer Sprache von Mobilmachung spricht", so Prantl.

In den sozialen Netzwerken bekommt der Journalist für seine klaren Worte viel Zuspruch: "Danke aus an Heribert . Die Stadt war heute ruhig und besonnen. Ganz im Gegensatz zu
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