"Schmidt – Chaos auf Rezept" im Check Arztserie nach Bausatz

Freitag, 07. Februar 2014
Julia Hartmann und Lucas Gregorowicz sind Eva und Adam Schmidt (Foto: RTL)
Julia Hartmann und Lucas Gregorowicz sind Eva und Adam Schmidt (Foto: RTL)
Themenseiten zu diesem Artikel:

Schmidt RTL Arztserie Berlin Schmidt-Chaos Erfolgserie Rezept



RTL hat die nächste Serie in den Sand gesetzt: "Schmidt - Chaos auf Rezept" fiel am Donnerstag mit gerade einmal 9,5 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen glatt durch. Dabei ist die Serie eigentlich gar nicht mal schlecht - allerdings wirkt sie wie aus Versatzstücken anderer Erfolgserien zusammengesetzt und kommt daher reichlich konstruiert daher. Was sind die Zutaten für eine erfolgreiche deutsche Serie? Ärzte: Check! Junge, gut aussehende Schauspieler: Check! Humor: Check! Eine Beziehungsgeschichte, bei der von Anfang an feststeht, wie sie ausgehen wird: Check! Ein hipper Schauplatz wie zum Beispiel Berlin: Check! Und eine Produktion auf der Höhe der Zeit: Check!

Rein objektiv betrachtet hat RTL beziehungsweise die Produktionsfirma Constantin Televison bei "Schmidt - Chaos auf Rezept" also vieles richtig gemacht. Die beiden Hauptdarsteller Lucas Gregorowicz und Julia Hartmann sehen gut aus und sind unverbraucht und sympathisch. Die Dialoge sind pointiert, die Produktionsqualität wirkt hochwertig. Und doch will der Funke irgendwie nicht so recht überspringen.

Das liegt in erster Linie daran, dass einen beim Zuschauen das Gefühl beschleicht, das alles schon mal irgendwo gesehen zu haben: Ärzte sind nach Polizisten wohl die beliebtesten Serienfiguren im deutschen Fernsehen. RTL selbst hat in den letzten Jahren gleich zwei Arztserien produziert: "Doctor's Diary" lief bis 2010 mit großem Erfolg, wurde nach drei Staffeln aber nicht fortgesetzt, da die Beteiligten mit anderen Projekten ausgelastet waren. Die Comedyserie "Doc meets Dorf" wurde nach eher durchwachsenen Zuschauerzahlen nach nur einer Staffel wieder eingestellt.

Auch die Figurenkonstellation kennen Serienfans in- und auswendig: Das ungleiche Paar, das sich beruflich zusammenrauft und zwischen denen es auch emotional funkt, gehört spätestens seit "Edel & Starck" zum festen Inventar deutscher Serien. Dazu kommen ein paar Anleihen bei erfolgreichen Comedyserien wie "Berlin, Berlin" oder dem Vorläufer "Doctor's Diary" - fertig ist das Erfolgskonzept. Doch leider wirkt "Schmidt - Chaos auf Rezept" wie aus dem Serien-Bausatz zusammengesetzt. Die Originalität bleibt auf der Strecke.

Auch das Publikum hat ganz offensichtlich nicht auf noch eine Comedy-Serie mit Ärzten gewartet: Gerade einmal 2,05 Millionen Zuschauer verfolgten die erste Folge von "Schmidt", in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kam die Serie mit 1,15 Millionen Zuschauern nur auf schwache 9,5 Prozent Marktanteil. Das ist trotz des undankbaren Sendeplatzes - "Schmidt" musste sich am Donnerstag gegen den Auftakt der neuen Staffel von "Germany's Next Topmodel" behaupten - eindeutig zu wenig. Hoffnung auf Besserung dürfte für "Schmidt" auf diesem Sendeplatz kaum bestehen. dh
Meist gelesen
stats