Satiremagazin Erdogan-Affäre beschert "Extra 3" Rekordquote

Donnerstag, 31. März 2016
"Extra 3"-Moderator Christian Ehring
"Extra 3"-Moderator Christian Ehring
Foto: Screenshot NDR.de / Extra 3

Das NDR-Satiremagazin "Extra 3" kann sich beim türkischen Staatspräsidenten Erdogan bedanken: Der Wirbel um das Satirevideo "Erdowie, Erdowo, Erdogan" hat der Sendung am Mittwoch einen neuen Zuschauerrekord eingebracht. Die Redaktion zeigte sich auf ihre Weise für die Publicity erkenntlich - und kürte den Politiker zum "Mitarbeiter des Monats".
Insgesamt schalteten am Mittwoch 880.000 Zuschauer "Extra 3" ein, darunter 410.000 Zuschauer im Verbreitungsgebiet des Norddeutschen Rundfunks. Der Marktanteil erreichte bundesweit 4,5 Prozent, im Norden kletterte die Einschaltquote sogar auf 11,0 Prozent. Beides sind laut NDR neue Bestwerte für das Magazin auf dem Sendeplatz am Mittwochabend. Bei Youtube verzeichnet der Song mittlerweile rund 4,2 Millionen Abrufe, die Versionen mit englischen und türkischen Untertiteln nicht mitgezählt. Auf der Website von "Extra 3" wurde das Video bislang 400.000 mal angeklickt.

Der Beitrag hatte diplomatische Verstimmungen zwischen Deutschland und der Türkei ausgelöst. Das türkische Außenministerium hatte den deutschen Botschafter in Ankara wegen des Songs einbestellt, und damit einen unerwünschten Nebeneffekt ausgelöst: Nachdem Spiegel Online über die diplomatischen Verwerfungen berichtete, schnellten die Zugriffe auf das Video in die Höhe.

Die Freude über die große Resonanz auf die Satire beim NDR ist allerdings nicht ganz ungetrübt: "'Extra 3' trifft mit seiner Satire ins Schwarze - der diplomatische Eklat um den Song 'Erdowie, Erdowo, Erdogan' war auch eine perfekte Werbung für die Sendung", sagt Andreas Cichowicz Chefredakteur Fernsehen des NDR: "Die Freude darüber wird allerdings getrübt angesichts der aktuellen Situation vieler Journalisten-Kolleginnen und -Kollegen in der Türkei." dh
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