Russischer Auslandssender "Stimme Russlands" findet Programmpartner

Dienstag, 16. Dezember 2014
"Radio Sputnik" sendete bis November unter altem Namen
"Radio Sputnik" sendete bis November unter altem Namen
Foto: Screenshot Youtube/Stimme Russlands
Themenseiten zu diesem Artikel:

Sputnik Auslandshörfunk Russland Auslandssender Kreml


Der russische Auslandshörfunk "Radio Sputnik", bis November noch unter dem Namen "Stimme Russlands" auf Sendung, hat einen weiteren Programmpartner gefunden: Die Versammlung der Hessischen Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) sprach sich in ihrer gestrigen Sitzung für eine Zulassung und Ausstrahlung des Hörfunkvollprogramms "Mega Radio" über DAB+ aus, das jeden Tag zwölf Stunden des russischen Unternehmens übernehmen will.
Allerdings steht die Zulassung noch unter dem Vorbehalt, dass der Lizenznehmer der LPR Hessen einen modifizierten Kooperationsvertrag mit dem russischen Auslandssender vorlegt. Dieser muss gewährleisten, dass die Programmhoheit über die zugelieferten Sendungen uneingeschränkt bei "Mega Radio" liegt. Theoretisch könnte der Lizenznehmer dann einzelne Programmteile von "Radio Sputnik" ablehnen. So soll sicher gestellt werden, dass die Übertragungen des vom Kreml gesteuerten Senders nicht gegen deutsches Rundfunkrecht verstoßen. Eine Frist hat die LPR Hessen dabei nicht gesetzt; die Lizenz gilt, sobald ein entsprechender Kooperationsvertrag vorgelegt wurde. Die "Stimme Russlands" und die Nachrichtenagentur RIA Nowosti wurden im November zur neuen Medienmarke "Sputnik" zusammengelegt. Hierzulande hat der Sender seine Kurzwellensendungen vor einem Jahr eingestellt und ist als Vollprogramm nur im Internet zu empfangen. Allerdings sendet "Radio Sputnik" auch über andere Programmpartner wie "Radio Impala", der weite Teile seines Programms vom russischen Auslandsdienst übernimmt und via DAB+ unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg zu empfangen ist. "Radio Sputnik" ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem MDR-Sender "Sputnik", unter dem der Mitteldeutsche Rundfunk seit 1993 seine Jugendwelle verbreitet.

Ebenfalls im November war auch der staatlich finanzierte russische Fernsehsender RT mit einer deutschen Ausgabe an den Start gegangen. RT Deutsch wird vorgeworfen, ein Propagandainstrument des Kremls zu sein und nicht objektiv zu berichten. In deutscher Sprache wird zurzeit lediglich das Talk-Format "Der fehlende Part" produziert. Ansonsten beschränkt sich der Sender auf die Online-Berichterstattung. fam
Meist gelesen
stats