Rundfunkbeitrag KEF-Bericht bestätigt Mehreinnahmen / VPRT fordert Werbereduktion

Donnerstag, 27. Februar 2014
Der Rundfunkbeitrag könnte erstmals gesenkt werden
Der Rundfunkbeitrag könnte erstmals gesenkt werden


Nun ist es offiziell: Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfiehlt eine Senkung des Rundfunkbeitrags um 73 Cent auf 17,25 Euro pro Monat. Der Privatsenderverband VPRT nutzt die Steilvorlage, um erneut eine Reduktion der Werbung bei ARD und ZDF einzufordern. Bei den Beitragszahlern gehen die Meinungen indes auseinander: Laut einer aktuellen Umfrage befürworten rund ein Drittel eine Senkung des Beitrags, genau so viele plädieren aber dafür, die Mehreinnahmen lieber ins Programm zu investieren.
Nun haben es die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten schwarz auf weiß: Die Umstellung auf den neuen Rundfunkbeitrag spült den Sendern in der aktuellen Gebührenperiode Mehreinnahmen von über einer Milliarde Euro in die Kassen. Das geht aus dem am Mittwoch vorgelegten 19. Bericht der KEF hrevor. Neue Zahlen hätten die im Dezember erstmals veröffentlichte Prognose bestätigt. Die Kommission empfiehlt daher eine Absenkung des Rundfunkbeitrags auf 17,25 Euro.

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) nimmt den Bericht zum Anlasss, seine altbekannte Forderung nach weniger Werbung bei ARD und ZDF zu erneuern. "Nachdem die KEF mit der Vorlage ihres Berichts die Annahmen von über einer Milliarde Euro Mehreinnahmen heute bestätigt hat, ist dies der richtige Zeitpunkt für eine strukturelle Entscheidung für eine Werbereduktion in den öffentlich-rechtlichen Programmen", lässt der Vorstandsvorsitzende des VPRT, Tobias Schmid, mitteilen. "Ein sichtbarer Schritt" zu weniger Werbung wäre im öffentlich-rechtlichen Fernsehen angesichts der Mehreinnahmen "problemlos möglich". Auch dann bliebe nach Ansicht des VPRT noch genügend Spielraum für eine Gebührensenkung.

Die Gebührenzahler sind in der Frage nach den Konsequenzen aus den Mehreinnahmen dagegen gespalten: In einer Umfrage im Auftrag der Programmzeitschrift "TV Spielfilm" forderten nur 35 Prozent der Befragten eine Senkung des Rundfunkbeitrags um 73 Cent. Ebenfalls 35 Prozent sind der Meinung, ARD und ZDF sollten die Mehreinnahmen lieber ins Programm stecken, und 20 Prozent würden die Mehreinnahmen lieber für einen Ausstieg aus der Werbung verwenden.

Unter den für die Rundfunkpolitik zuständigen Ministerpräsidenten der Länder gibt es eine klare Tendenz zu einer Absenkung des Rundfunkbeitrags. So fordert unter anderem die rheinland-pfälzische Landeschefin Malu Dreyer eine Senkung. Die Ministerpräsidenten beraten bei ihrem nächsten Treffen am 13. März über die Konsequenzen aus den Mehreinnahmen. dh
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