Rudolf Thiemann im Video-Interview "VDZ-Präsident ist keine One-Man-Show"

Dienstag, 07. November 2017
Rudolf Thiemann ist neuer Präsident des VDZ
Rudolf Thiemann ist neuer Präsident des VDZ
© turi2 / HORIZONT

Der frisch gebackene Präsident des Verbands  Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ Rudolf Thiemann setzt bei seiner Agenda vor allem auf ein gutes Miteinander, wie er im Video-Interview mit Turi2.tv und HORIZONT Online erklärt. Die aus dem Fachverband Publikumszeitschriften ausgetretenen Verlage mahnt Thiemann an, dass nicht nur der VDZ von ihnen profitieren könne - sondern auch umgekehrt.
"Es ist wünschenswert, wenn sich die Reihen wieder schließen würden im Fachverband der Publikumszeitschriften", so Thiemann in Richtung von Gruner + Jahr, Spiegel und Zeit, die im Zuge der umstrittenen Berufung von Thiemanns Vorgänger Stephan Holthoff-Pförtner den Fachverband Publikumszeitschriften des VDZ verlassen hatten. "Wir können das Know-how dieser Verlage sehr gut gebrauchen und ich glaube, die Verlage können das Know-how der anderen Kollegen, die hier im VDZ mitarbeiten, sehr gut gebrauchen."
Selbst von Hause Verleger konfessioneller Zeitschriften in der Liborius-Gruppe, ist Thiemann künftig auch Präsident von Magazin-Verlegern, deren Titel deutlich anders positioniert sind - seien es Klatschblätter oder der Playboy. Thiemann will aber niemanden im VDZ über den anderen stellen: "Verleger spiegeln mit ihren Titeln und Zeitschriften das Lebensgefühl der Menschen", sagt er. Dabei gebe es keinen Journalismus erster und zweiter Klasse. Auch unterhaltende und Wissenszeitschriften seien für Demokratie wichtig, denn: "Sie nehmen die Phantasie der Leser vorweg." Bezüglich seiner politischen Agenda will Thiemann die Folgen der Digitalisierung für die Menschen - und natürlich für die Verlage - aufgreifen. "Daten- und Verbraucherschutz ist eine so komplexe Materie, dass wir uns verschärft damit auseinandersetzen müssen, welche gesellschaftspolitischen Veränderungen damit verbunden sind." Auch die Möglichkeiten für Verlage, mit Paid Content im Internet Geld zu verdienen, seien sehr fragil, so Thiemann. Sein Auftrag: "Wir müssen alles dafür tun, dass ideologischer Unsinn in Brüssel und berlin unterbleibt." ire
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