Stellenmarkt Zeit Online startet Berufsorientierungsangebot BOA

Donnerstag, 07. September 2017
Die Startseite des neuen Angebots BOA
Die Startseite des neuen Angebots BOA
Foto: Zeit

Zeit Online baut seine Angebote im Bereich Stellenmarkt weiter aus und startet das Berufsorientierungsangebot BOA auf Zeit Online. Das Angebot richtet sich einerseits an Absolventen, Studenten und Berufseinsteiger, andererseits an Arbeitgeber, die offene Stellen zu besetzen haben und nach den passenden Mitarbeitern suchen.
Was BOA revolutionär macht, ist ein Matching-Algorithmus, der beide Seiten zusammenbringt. Er basiert nicht nur auf harten Fakten aus dem Lebenslauf, sondern bildet auch die Soft Skills und Motivationen mit ab. Mehr als ein Jahr lang hat das Team an dem Projekt gesessen. BOA ist eine Blaupause. Wenn es von Bewerbern und Stellenanbietern gut angenommen wird, soll es auch auf andere Jobangebote der "Zeit" ausgerollt werden. Entsprechen hoch sind die Erwartungen an BOA. Konkrete Zahlen nennt Christian Röpke, CEO von Zeit Online, jedoch nicht. Rückenwind bekommen Röpke und Matthias Weidling, Gesamtanzeigenleiter des Zeit Verlag, durch die bisherigen Erfolge bei anderen Projekten. BOA schließt hier nun nahtlos an und soll auch dabei helfen, die Zielgruppe junger Menschen an die Marke zu binden. Röpke und Weidling im Interview:

Christian Röpke, CEO Zeit Online
Christian Röpke, CEO Zeit Online (Bild: Jakob Börner / Zeit)
Herr Röpke, warum starten Sie BOA?

Christian Röpke: Im B2C-Geschäft sind wir in den vergangenen Jahren im Bereich der Orientierungsangebote für Studenten stark gewachsen. Wir haben einen Studiums-Interessenstest etabliert, den mittlerweile über 500.000 Nutzer durchgeführt haben, eine Studiengangsuchmaschine für alle Studiengänge und das führende Universitäts-Ranking in Deutschland. Damit sind wir in dieser Zielgruppe inzwischen klarer Marktführer. Es gelingt uns, die jungen Menschen, die studieren und dann in den Job gehen, langfristig in unseren Online- und Printmedien zu halten. Wir sind zuversichtlich, dass wir unseren Erfolg des Aufbaus der exzellenten Marktposition bei den Studienorientierungsangeboten auch bei den Orientierungsangeboten und dem Stellenmarkt für Absolventen wiederholen können. Wir begleiten die Zielgruppe bereits bis zum Studium und während ihrer Zeit an der Uni – mit BOA gehen wir nun den konsequenten Schritt weiter in Richtung Berufsleben.

Es gibt viele Angebote, die Arbeitgeber und Jobsuchende zusammenbringen. Was unterscheidet BOA von diesen?

Matthias Weidling: In der Tat gibt es viel Konkurrenz in diesem Bereich. Unser Jobportal ist daher mehr als eine Ergebnisliste. Das Besondere ist das Matching. Diesem liegt ein 72 Fragen umfassender Berufsorientierungstest zugrunde, der von Cyquest entwickelt wurde. Daraus entwickeln wir Profile mit acht Dimensionen, wie zum Beispiel die Führungs- oder Leistungsmotivation. Diese Profile werden durch Algorithmen mit den Stellenanzeigen der Arbeitgeber gematcht.

Der Nutzer muss bei BOA Fragen beantworten, um passende Stellenangebote zu finden.
Der Nutzer muss bei BOA Fragen beantworten, um passende Stellenangebote zu finden. (Bild: Zeit)
Was bekommen die Unternehmen dann genau zu sehen?

Röpke: Über das Active Sourcing können sie nach passenden Kandidaten suchen. Die Unternehmen sehen jeweils die drei stärksten Ausprägungen der Berufspersönlichkeit eines Bewerbers. Die Kandidaten bekommen dann die Aufforderung, ihr Berufspersönlichkeitsprofil freizugeben – erst dann erhalten die Unternehmen noch mehr Informationen. BOA ist nach den geltenden Datenschutzrichtlinien entwickelt worden.

Und, wie kommt das Modell an?

Röpke: Wir sind in erst in der Betaphase und haben schon ein paar Tausend Bewerberprofile. Die Nutzer goutieren, dass sich der Test nicht nur um ihr Studium, ihre Fächer und fachliche Qualifikationen dreht, sondern ihre Stärken und ihre Persönlichkeit in den Vordergrund stellt.

Weidling: Die Unternehmen honorieren, dass sie Persönlichkeitsprofile kennenlernen, denn die Lebensläufe von Bewerbern werden heute immer konformer. Über das Active Sourcing können wir den Unternehmen einen echten Mehrwert bieten.

Matthias Weidling, Gesamtanzeigenleiter Zeit Verlag
Matthias Weidling, Gesamtanzeigenleiter Zeit Verlag (Bild: Werner Bartsch / Zeit)
Wie groß ist das BOA-Team?

Weidling: Wir haben sechs Mitarbeiter und einen Produktmanager im Vertrieb. Bei Bedarf bauen wir in Zukunft weitere Stellen auf. Wir sind bereits bei den Kunden vor Ort, um BOA zu erklären oder schulen diese für den Umgang mit den Tools in Webinaren. Wir sind noch in der Lernphase, deshalb starten wir mit einer begrenzten Anzahl von Kunden. Um Reichweite zu erzeugen, nutzen wir all unsere Plattformen, vor allem Zeit Online. Dort sind 35 Prozent unserer Nutzer unter 30 Jahre alt. Das ist ein riesiger Vorteil, den wir nutzen können.

Welche Erwartungen haben Sie an BOA?

Röpke: Wir glauben, dass unser Matching, das wir gemeinsam mit unserem Partner Talents Connect entwickelt haben, uns einen wichtigen Vorsprung zu anderen Angeboten verschafft. Unser Ansatz trifft einen Nerv, nämlich den Wunsch nach Orientierung und Einordnung. BOA wird eine Disruption im Stellenmarkt und geht über das hinaus, was wir auch selber bei unseren anderen Stellenmärkten bieten. BOA ist damit ein wichtiger Meilenstein auf unserem Transformationspfad. Wir wollen klassische Geschäftsmodelle wie das Rubrikengeschäft nicht nur verteidigen. Viele Verlage haben ihren Rubrikenmarkt aufgegeben. Wir dagegen bauen ihn gezielt aus mit neuen Produkten und einer eigenen Technologie. Aus eigener Stärke entwickeln wir innovative Produkte für unsere Kunden und Nutzer.

Was bedeutet das in konkreten Zahlen?

Röpke: Wir haben natürlich einen konkreten Businessplan. Danach soll BOA binnen drei Jahren ein signifikanter Umsatzfaktor sein. Schon jetzt ist unser Rubrikengeschäft eine der drei großen Säulen unserer Digitalerlöse. Was mich an BOA übrigens wirklich begeistert hat, ist nicht nur das Geschäftsmodell dahinter, sondern wie die Kollegen in Vertrieb und Projektmanagement daran gearbeitet haben. In unserem Team sind viele junge Kolleginnen und Kollegen, die ganz nah dran sind an der Zielgruppe. BOA ist ein tolles Projekt, das zeigt, wie innovativ Verlage sein können.

Interview: Juliane Paperlein

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