Rubrikengeschäft KKR steigt bei Ringier-Töchtern ein

Montag, 14. Juli 2014
Ringier-Boss Marc Walder (c) Ringier
Ringier-Boss Marc Walder (c) Ringier

KKR steigt bei Ringiers Rubrikengeschäft ein. Der Finanzinvestor übernimmt je 49 Prozent an Scout24 Schweiz AG und Omnimedia AG, zwei Tochterfirmen von Ringier Digital. Ringier erhofft sich davon, das Rubrikengeschäft deutlich steigern zu können. In drei bis vier Jahren sollen 50 Prozent des Umsatzes digital erzielt werden. Derzeit sind es 30 Prozent. Zu Scout 24 Schweiz gehören die Online-Marktplätze Autoscout24.ch und Motoscout24.ch sowie Immoscout24.ch und die Kleinanzeigenplattform Anibis.ch. Die Portale verzeichnen monatlich rund 21 Millionen Visits. Omnimedia ist einer der führenden Onlinevermarkter in der Schweiz und vermarktet die Schweizer Scout24-Plattformen exklusiv. "Als Familienunternehmen suchen wir unsere Partner mit großer Sorgfalt aus", sagt Marc Walder, Chief Executive Officer Ringier.

KKR hat große Erfahrung im Mediengeschäft. Einer der letzten großen Deals des Finanzinvestors war der Ausstieg bei Pro Sieben Sat 1, das KKR gemeinsam mit Permira Ende 2006 von Haim Saban übernommen hatte. Auch mit Bertelsmann ist KKR verbandelt und zwar beim Musikrechteverlag BMG Rights Management. Die Mittel für den Deal mit Ringier stammen aus dem dritten europäischen Private-Equity-Fonds.

"Wir sehen erhebliches Potenzial in Scout24 Schweiz und Omnimedia. Wir freuen uns darauf, das Potenzial dieser hochwertigen Unternehmen gemeinsam mit Ringier voll auszuschöpfen", sagt Philipp Freise, Partner und Leiter des europäischen Medien- & Digitalinvestmentteams bei KKR. Der Finanzinvestor unterstützt seine Partner vor allem mit Hilfe seines internationalen Netzwerks und der Finanzexpertise.

Auch bei Axel Springer, das seine mittel- und osteuropäischen Aktivitäten 2010 in einem Joint Venture mit Ringier gebündelt hat, stehen möglicherweise Veränderungen im Rubrikengeschäft an. Seit März 2012 unterhält Springer eine Partnerschaft mit General Atlantic. Der Finanzinvestor hält 30 Prozent an Axel Springer Digital Classifieds, der Rest liegt bei Springer. General Atlantic hat jedoch für 2015 eine Exit-Option über einen Börsengang.

Den Wert von Springers gesamten Rubrikengeschäft beziffern Analysten auf rund 3 Milliarden Euro. General Atlantic hatte 2012 für seine 30 Prozent 237 Millionen Euro bezahlt. Falls der Finanzinvestor tatsächlich aussteigt, dürfte ein Rückkaufangesichts des stark gestiegenen Wertes für Springer wahrscheinlich nicht in Frage kommen.

Springer will das Geschäft auf jeden Fall weiter ausbauen und hat im Mai das israelische Rubrikenportla Yad2 gekauft. Es gibt zudem immer wieder Gerüchte um größere Zukäufe. So war Springer im Bieterrennen um die zum Verkauf stehende gesamte Scout-Gruppe zwar ausgeschieden, soll laut "Manager Magazin" jedoch in Verhandlungen über Autoscout24 gestanden haben. Auch um einen Kauf des Immobilienportals Immowelt gab es Gerüchte. pap
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