Rommerskirchen Bisheriger Verlag verklagt Deutschen Journalisten-Verband

Mittwoch, 17. August 2016
DJV-Chef Frank Überall liegt im Streit mit Rommerskirchen
DJV-Chef Frank Überall liegt im Streit mit Rommerskirchen
Foto: DJV

Nach fast 50 Jahren trennt sich der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) im Streit von seinem bisherigen Verlagspartner Rommerskirchen. Eine jetzt beim Landgericht Bonn eingereichte Schadenersatzklage des Verlags in Remagen (Rheinland-Pfalz) komme für den DJV nicht überraschend, sagte der Geschäftsführer der Journalistengewerkschaft, Kajo Döhring, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur zu einem Bericht des Branchendienstes Meedia. Der Verleger Thomas Rommerskirchen war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Das Landgericht Bonn bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass es ein Verfahren gibt.

Nach Angaben von DJV-Sprecher Hendrik Zörner hat der Verband noch keine Mitteilung vom Gericht erhalten. "Weder wir, noch unser Anwalt. Wir haben aber großes Interesse daran, die Klageschrift auf den Tisch zu bekommen." Der Streit zwischen beiden Parteien sei nicht neu, sagte Zörner. Der DJV habe das Vertragsverhältnis mit Rommerskirchen, bei dem die monatliche DJV-Zeitschrift "journalist" erscheint, schon im Juni gekündigt. Der Fachverlag habe Widerspruch dagegen eingelegt. Die Schadenersatzklage ist nun ein weiterer Schritt.

DJV-Geschäftsführer Döhring zeigte sich zuversichtlich, erfolgreich aus der gerichtlichen Auseinandersetzung hervorzugehen. Bei der Klage gehe es nicht um die Kündigung des Produktionsauftrags für die DJV-Zeitschrift, die im Lauf des Jahres zeitweise immer dünner geworden war, sondern um den Vorwurf des Verlags, der DJV habe Absprachen gebrochen, sagte Rommerskirchen gegenüber Meedia.

Die Kündigung des Produktionsauftrags gilt nach Angaben Döhrings zum 30. September. "Natürlich ist das nicht schön, dass eine Zusammenarbeit im 49. Jahr so schwierig endet", sagte Döhring. Der DJV sei zuversichtlich, mit dem Hamburger Verlag New Business einen guten Partner für seine Monatszeitschrift gefunden zu haben. dpa

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