Richard Gutjahr im Video-Interview Was der Journalist nach Nizza und München gelernt hat

Montag, 30. Januar 2017
Richard Gutjahr im Video-Interview während des Deutschen Medienkongresses 2017
Richard Gutjahr im Video-Interview während des Deutschen Medienkongresses 2017
© HORIZONT

Richard Gutjahr war im vergangenen Jahr gleich zwei Mal als einer der ersten Journalisten bei einem Terroranschlag beziehungsweise einem Amoklauf vor Ort. Im Video-Interview mit HORIZONT Online erzählt der Reporter, was er aus den Erfahrungen in Nizza und München gelernt hat. Vor allem, so Gutjahr, will er bei der Berichterstattung künftig mehr Ruhe bewahren.
In Nizza und München wurde der Journalist Richard Gutjahr zufällig Augenzeuge von Verbrechen. Am 14. Juli hält er mit seiner Smartphone-Kamera drauf, als ein weißer Lkw in Nizza in eine Menschenmenge rast. Die Aufnahme wird daraufhin weltweit bekannt. Wenige Tage später, als Gutjahr sich wegen einem seiner Arbeitgeber (Bayerischer Rundfunk) in München befindet, erlebt er dort schließlich den Amoklauf mit. Als Reporterglück will er diesen Zufall aber nicht verstanden wissen: "Ich hätte auch lieber im Lotto gewonnen, als so etwas miterleben zu müssen", sagt er am Rande des Deutschen Medienkongresses. "Aber ich kann ja nicht nicht berichten."
Er habe aus den beiden Verbrechen einiges gelernt, wie er im Video-Interview erläutert. Vor allem ein Foto vom Polizeieinsatz, das er nach dem Amoklauf in München getwittert hatte, bereut er heute. Dafür musste er viel Kritik einstecken. "Und die Leute haben Recht. Das hätte ich vielleicht nicht machen sollen, weil man ja auch eine Vorbildfunktion hat." Seine Lehre daraus: "Wir müssen uns alle, egal ob du professioneller Journalist oder zufälliger Augenzeuge bist, kurz vorher in uns gehen und uns fragen: Ist das richtig, wenn ich jetzt auf 'senden' drücke?" ron
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