Revenue-Share-Modell Google will Verlagen bei Digital-Abos helfen - und mitverdienen

Montag, 23. Oktober 2017
Google-News-Chef Richard Gingras
Google-News-Chef Richard Gingras
© BDZV / David Ausserhofer

Google macht einen weiteren Schritt auf die Verlage zu: Nachdem der Suchriese kürzlich bereits das Modell "First Click Free" eliminiert hatte, will er nun Publishern dabei helfen, neue Digital-Abonnenten zu gewinnen. Natürlich ist dieser Service nicht umsonst.
Wie die Financial Times (bezahlpflichtig) berichtet, will Google mit Nutzerdaten sowie intelligenten Algorithmen Verlagen dabei helfen, potenzielle Kunden im Internet zu identifizieren und anzusprechen. Einen ähnlichen Service bietet der Webgigant Werbungtreibenden mit seinem AdSense-Modell an. Wie bei AdSense auch, will Google die Erlöse mit den Partnern teilen. Wie hoch der Anteil ist, der bei Google bleibt, ist allerdings noch nicht genau definiert. Richard Gingras, Chef von Google News, sagte gegenüber der Financial Times, der Revenue Share solle "signifikant großzügiger" ausfallen als bei Adsense-Deals, wo Google bis zu 30 Prozent der Umsätze einbehält.

Das Geldverdienen steht angeblich aber gar nicht im Vordergrund: Mit dem neuen Modell will sich Google auch von Facebook absetzen, das mit seinen Instant Articles ebenfalls ein speziell auf Medienhäuser zugeschnittenes Produkt anbietet. Erst vergangene Woche hatte Facebook angekündigt, testweise Paywalls innerhalb von Instant Articles zuzulassen. Google jedoch wolle sich nicht zwischen die Verlage und die Leser stellen, so Gingras. Die Publisher sollten die Kontrolle über ihre Beziehung zu den Lesern behalten - Facebook hingegen bezeichnet der Google-Manager in der FT als "Walled Garden".

Googles Initiative kommt nur wenige Tage, nachdem die Alphabet-Tochter das "First Click Free"-Modell beseitigt hatte. Früher war es möglich, durch eine Google-Suche auch bezahlpflichtige Inhalte kostenlos lesen zu können. Künftig können die Verlage selbst bestimmen, ob und in welchem Umfang sie eine Auswahl der kostenpflichtigen Inhalte auf den Google-Seiten frei zugänglich machen. ire
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