Reporter ohne Grenzen Journalisten protestieren gegen Internetzensur

Donnerstag, 12. März 2015
Die "Weltkarte der Pressefreiheit" wird von Reporter ohne Grenzen erstellt
Die "Weltkarte der Pressefreiheit" wird von Reporter ohne Grenzen erstellt
Foto: Reporter ohne Grenzen

Die Journalistenvereinigung Reporter ohne Grenzen will zehn Websites in Staaten mit Internet-Zensur wieder ins Netz bringen. Die Nachrichtenseiten und Blogs berichten über Länder wie China, Russland und Turkmenistan. Sie sind teilweise in mehreren Ländern gesperrt, so dass dortige Nutzer nicht auf die Berichte zugreifen können.
Reporter ohne Grenzen kopierte die Seiten und stellt sie über die Speicherdienste großer Internet-Anbieter zur Verfügung. So will die Organisation verhindern, dass die gespiegelte Variante der Webseiten gleich wieder von Zensoren vom Netz genommen wird. Da die Seiten mit https-Verschlüsselung angezeigt werden, soll auch eine Blockierung einzelner Schlagwörter verhindert werden. Die Journalistenvereinigung will mit der Aktion am Welttag gegen Internetzensur am Donnerstag ein Zeichen für Meinungsfreiheit setzen. Reporter ohne Grenzen habe Websites ausgesucht, die der Organisation seit langem bekannt sind, sagte ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp der dpa. "Das sind relevante Seiten, denen wir auch vertrauen." Man habe mit den Betreibern der Websites gesprochen, die am Donnerstag Hinweise auf die neuen Internet-Adressen verbreiten wollen. So sollen Nutzer sie wiederfinden. "Das ist die größte Herausforderung bei der Aktion", sagte Spielkamp.

Zu den ausgewählten Websites zählt das unabhängige russische Nachrichtenportal Grani.ru. Auch die "Tibet Post International", die von Indien aus über die soziale und politische Situation der Tibeter berichtet, soll zugänglich gemacht werden. Die Website "Ferghana News" berichte über Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan und sei in mehreren Ländern Zentralasiens blockiert. Auch eine vietnamesische sowie kubanische und iranische Websites sind dabei. dpa
Meist gelesen
stats