Report Online-Umsatz bei Fachmedien hält sich in Grenzen

Dienstag, 06. Mai 2014
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Das Geldverdienen im Internet bleibt für Fachmedien weiterhin schwierig. Nachdem sich in den letzten fünf Jahren die Digitalerlöse nahezu verdoppelt haben (ihr Anteil am Gesamtumsatz der Verlage stieg von 9,4 auf 17,4 Prozent), scheint Online im letzten Jahr eine kleine Pause eingelegt zu haben. Gunther Schunk, Mitglied der Geschäftsleitung bei Vogel Business Media, spricht von "stagnierenden oder nur leicht steigenden Umsätzen". Das zeigen nun auch die Zahlen der Fachpresse-Statistik 2013, die von der Deutschen Fachpresse jüngst veröffentlicht wurden. Demnach tragen die digitalen Erlöse der Fachverlage 559 Millionen Euro zum Gesamtumsatz bei und zählen somit weiterhin zu den Zugpferden der Branche. Dennoch: Mit nur 9 Prozent fiel das Umsatzplus 2013 geringer aus als im Vorjahr (plus 10,1 Prozent). Interessant ist auch, dass das nominale Umsatzplus der deutschen Fachmedien haupsächlich dem Printgeschäft zu verdanken ist. Mit den Fachzeitschriften haben die Verleger nämlich 56 Millionen Euro mehr verdient als 2012, währen die Erlöse aus Onlinewerbung nur um 9 Millionen Euro stiegen. Die Transformation "vom Printverlag zum mehrmedialen Wissens- und Kommunikationspartner", wie es bei Vogel Business Media heißt, scheint demnach nicht so recht voranzukommen.

Report Fachmedien

Weitere Themen im Report Fachmedien in HORIZONT 19/2014

Experimente: Wie Fachverlage sich für die Zukunft wappnen. 28

Print: Auch im Internetzeitalter hat Papier für Verlage seine Vorzüge. 29

HORIZONT-Ranking: Die 150 größten Ttel nach Bruttowerbeumsatz. 30

Analyse: B-to-B-Medienhäuser in schwierigem Umfeld für Werbung. 31



In diesem Geschäftsumfeld erkennen Nutzer und Verlage die Vorzüge von Print. Wie aus der aktuellen "B-to-B-Entscheideranalyse" der Deutschen Fachpresse hervorgeht, ist die Fachzeitschrift die am stärksten genutzte Mediengattung. Stolze 83 Prozent der Entscheider geben an, bedrucktes Papier am liebsten zu lesen. Zählt man die digitalen Kanäle hinzu, nutzen insgesamt 94 Prozent der Führungskräfte Fachtitel zur beruflichen Information. Auch die Nutzungsdauer hat sich verlängert: Mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Befragten gab an, gedruckte sowie digitale Fachmedien häufiger zu nutzen, als vo zwei Jahren. Ulrich Toholt, Leiter Mediaservice und Marktforschung des Landwirtschaftsverlag Münster, zieht aus diesem Grund folgenden Schluss: "Durch die mediengerechte Ausspielung auf den verschiedenen Kanälen werden die Entscheider besser bedient als je zuvor." hor

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