"Report München" Google platzierte Anzeigen in islamistischen Umfeldern

Dienstag, 13. Februar 2018
Google hat erneut Ärger mit problematischen Umfeldern
Google hat erneut Ärger mit problematischen Umfeldern
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Google hat erneut Ärger wegen Werbung in extremistischen Umfeldern. Nach Recherchen des ARD-Magazins "Report München" platzierte Google AdSense Banner von Kunden wie der Postbank und Fielmann auf Websites mit islamistischen Inhalten. 
Laut Report München waren neben der Postbank und Fielmann auch Werbekunden wie Zeiss, der Schuhersteller Buffalo und sogar Anzeigen für das "Bürgergutachten 2030" der Bayerischen Staatsregierung betroffen. Die Werbebanner waren unter anderem auf Websites mit dschihadistischen Inhalten zu sehen. Die Redaktion des ARD-Magazins hatte gezielt nach Werbebannern deutscher Unternehmen auf Websites gesucht, die zum Kampf gegen Christen und Juden aufrufen, gegen Homosexuelle hetzen oder die Scharia propagieren.  Die betroffenen Unternehmen wussten nichts von den fragwürdigen Umfeldern, in denen ihre Anzeigen auftauchten. Die Bayerische Staatskanzlei bezeichnete die Angelegenheit als "absolut inakzeptabel". Google verwies gegenüber "Report München" auf seine Richtlinien, die "die Monetarisierung von gefährlichem oder abwertendem Content nicht zulasse". Zu den aktuellen Fällen teilte Google mit: "Wir kommentieren keine einzelnen Webseiten, sondern setzen die Richtlinien mit Nachdruck durch und überprüfen regelmäßig Webseiten, um die Einhaltung der Richtlinien sicherzustellen." 

Google hatte im vergangenen Jahr wiederholt Probleme mit problematischen Inhalten bei seiner Video-Tochter Youtube. Im Frühjahr 2017 hatten zahlreiche große Unternehmen ihre Werbung in dem Netzwerk gestoppt, nachdem ihre Spots unter anderem im Umfeld von islamistischen Gewaltvideos aufgetaucht waren. Youtube reagierte mit strengeren Regeln. So werden unter anderem die Kriterien für die Monetarisierung verschärft und die Inhalte strenger geprüft. Auch die Kontrollmöglichkeiten für Werbekunden wurden verbessert. Auch Facebook hat seine Vorgaben für Werbung verschärft.
Youtube Logo Frau
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Die Diskussion um problematische Umfelder geht indes weiter: Erst gestern forderte Unilever-Marketingchef Keith Weed von den großen Plattform mehr Anstrengungen, damit Werbemittel ausschließlich in sicheren Umfeldern auftauchenGeschehe das nicht, werde Unilever Konsequenzen ziehen: Von digitalen Plattformen, die zur Teilung der Gesellschaft beitragen, will der FMCG-Riese seine Spendings abziehen. dh
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