Report Junge Zielgruppe - Unaufhaltsam in Richtung Digital

Mittwoch, 13. August 2014
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Noch ist die Verbreitung digitaler Endgeräte in den jüngeren Zielgruppen nicht so ausgeprägt wie bei Erwachsenen, doch die Tendenz steigt:Laut Branchenverband Bitkom nutzen bereits 94 Prozent der 10- bis 11-Jährigen das Internet. Die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Tag steigt mit dem Alter. Bei 16- bis 18- Jährigen ist sie erwartungsgemäß am höchsten (115 Minuten), doch selbst 10- bis 11-Jährige surfen schon 22 Minuten pro Tag im Netz. 68 Prozent von ihnen besuchen in dieser Zeit soziale Netzwerke, 65 Prozent sehen sich Filme und Videos an. Und schon jedes zweite Kind zwischen 6 und 7 Jahren konsumiert Online-Bewegtbildinhalte.

Report Junge Zielgruppe

Weitere Themen im Report "Junge Zielgruppe" in HORIZONT 333/2014

Sammelbilder: Panini und Co kooperieren mit dem Handel – zum Vorteil aller.

Werbung: Die Mischung aus Realität und Fiktion muss stimmen.

TV-Konsum: Bewegtbildinhalte werden zunehmend online und mobil genutzt.

Know-how: Wichtige Ergebnisse der Kids Verbraucheranalyse 2014. 52

Die Konsequenz für Print-Medien ist die Ausrichtung hin zum Digitalen - soweit möglich. Die schnellen Infos, den schnellen Austausch können wir mit Print nicht mehr leisten , sagt Verena Roskos, Chefredakteurin von "Mädchen". Prominews und -klatsch holt sich die Zielgruppe längst über Onlinekanäle. Weil die Erfahrung der "Mädchen"-Redaktion aber zeigt, dass es für die Leserinnen wichtig ist, selbst im Heft vorzukommen wichtiger als Online , arbeitet sie mit vielen Formaten, in der sie persönlich zitiert werden. So kann Print noch für Gesprächsstoff sorgen, dann auch wieder im Netz.

"Dein Spiegel", die Kinderzeitschrift des Nachrichtenmagazins, versucht es derweilen mit einer App: Zum 5. Geburtstag launcht der Verlag Mitte September eine mobile Anwendung, allerdings nur für Tablets. Etwa ein Drittel der kindlichen "Dein Spiegel"-Leser hat Zugang zu einem Tablet und liest elektronische Bücher - mit den digitalen Heftinhalten, zusätzlichen interaktiven Lernspielen, Rätseln, Bilderstrecken, Erklärvideos und Animationen soll dem Rechnung getragen werden.

Und die jungen Mediennutzer, die schon etwas älter sind? Sie greifen auch zu Print - wenn es nicht nach zu viel Anstrengung aussieht. "Das Smartphone ist omnipräsent und nimmt Einfluss auf den Alltag", sagt Josephine Götz, Chefredakteurin des Jugendmagazins "Spiesser". Sich auf eine Sache längere Zeit zu konzentrieren, fällt jungen Menschen tendenziell immer schwerer. Kürzere Geschichten kämen heute besser an, als die sechs bis acht Seiten umfassenden Titelgeschichten. son

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