Replik Wie Google-Manager Eric Schmidt seinen Kritikern antwortet

Donnerstag, 10. April 2014
Eric Schmidt ist Vorsitzender des Verwaltungsrats von Google
Eric Schmidt ist Vorsitzender des Verwaltungsrats von Google
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Nach Google-kritischen Artikeln in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und "Le Monde" meldet sich nun der langjährige CEO des Internetkonzerns, Eric Schmidt, zu Wort. In einem Gastbeitrag für die "FAZ" streckt der Vorsitzende des Verwaltungsrats seinen Kritikern die Hand aus - und entwirft einmal mehr das Bild eines sanften Riesen, dessen Technologien die Welt verbessern und die Wirtschaft auch in Europa kräftig ankurbelt. "Angst vor Google", lautete die Überschrift eines Artikels, der am 3. April in der "FAZ" erschien, "Google oder der Weg in die Sklaverei" der nicht minder drastische Titel eines Artikels in der französischen Zeitung "Le Monde". Nach dieser erneuten Breitseite von Verlagen gegen den Internetkonzern griff der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt nun höchstselbst in die Tasten.

"Die Artikel kritisieren letztlich das Internet als solches und die Möglichkeit, dass jeder, egal von welchem Ort aus, Informationen abrufen kann, die noch vor nicht allzu langer Zeit kaum auffindbar waren", schreibt Schmidt in dem am Donnerstag in der "FAZ" erschienenen Gastbeitrag: "Wenn diese Auffassung der Verlage Schule macht, brächte dies gerade für die Wirtschaft erhebliche Risiken. Es wäre ein schwerer Rückschlag für die Innovationskraft in Europa. Unternehmen würden abwandern oder, schlimmer noch, gar nicht erst gegründet werden, blockiert von einem Regelwerk, das allein dem Schutz der etablierten Unternehmen dient", kritisiert Schmidt.

Er sei überzeugt, dass nicht mehr Regulierung, sondern verstärkte Kooperationen und neue Partnerschaften die bessere Alternative seien. "Wie das wegweisende Abkommen mit Axel Springer zeigt, ist Google bereit, seinen Teil dazu beizutragen", betont der Manager.

Auf die durchaus berechtigten Sorgen der Google-Kritiker geht Schmidt indes kaum ein - sondern wiederholt einmal mehr das Google-Mantra "Don't be evil": Die Technologien des Konzerns und das Internet machten Informationen weltweit zugänglich und förderten den wirtschaftlichen Fortschritt. In Deutschland seien laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln von 2007 bis 2011 mit Hilfe von Google-Produkten mehr als 28.000 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von mehr als acht Milliarden Euro entstanden. Dies sei ein "klarer Ausdruck der wirtschaftlichen Kraft des Webs und des Beitrags, den Google zur deutschen Wirtschaft zu leisten imstande ist".

Mit Blick auf die Verlage betont Schmidt einmal mehr die Vorteile von Google News: "Das Wichtigste, was Google Verlagen bringt, sind: Leserinnen und Leser. Monat für Monat leitet Google mehr als zehn Milliarden Klicks an Verlage weiter. Jeder Klick bedeutet eine zusätzliche Möglichkeit für Verlage, ihre Reichweite zu erhöhen und den Umsatz auszuweiten." Über das Programm AdSense seien außerdem allein 2013 über 9 Milliarden Dollar an die Partner ausgeschüttet worden. Mit Partnern wie Axel Springer arbeite man daran, "dass sie mit gutem Journalismus auch gutes Geld verdienen. Innovationen und neue Geschäftsmodelle, nicht Subventionen und Regulierung sind der beste Weg in die Zukunft." dh
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