Relaunch bei der Hamburger Mopo "Intelligenter Boulevard" mit inhaltlich und optisch klarer Kante

Freitag, 10. November 2017
Ab kommendem Montag erscheint die Hamburger "Mopo" in neuem Gewand
Ab kommendem Montag erscheint die Hamburger "Mopo" in neuem Gewand
© Hamburger Morgenpost

Die Hamburger Morgenpost zieht neue Seiten auf: Inhaltlich mit mehr Meinung und optisch mit ruhigerem Layout – das auch mit der Produktionseffizienz zu tun hat.

Ab kommendem Montag will die Mopo ihren „intelligenten Boulevard“ modernisieren und meint damit mehr Kommentare mit „klarer Kante“ zu Politik, Hamburg und Sport auch von Gastautoren, mehr Einordnung sowie mehr Hintergründe. Wohl zulasten reiner Newsberichte, die man online besser aufgehoben sieht. Der Verlag spricht von einer „neuen Mopo-DNA“.

Außerdem rückt die regionale Berichterstattung auf einen festen Platz weiter nach vorne: Die erste Doppelseite gehört dem „Standpunkt“ für ausschließlich Hamburg-Themen, im Wechsel zu Wohnen, Verkehr, Stadtleben und Soziales, als Leitartikel, Analyse, Polemik oder Glosse. „An dieser Stelle wollen wir Debatten anstoßen, über die Hamburg spricht“, sagt Chefredakteur Frank Niggemeier.

Ins neue Layout ziehen künftig ruhigere, klarere Formen ein: Mehr Textblöcke in oder neben Fotos anstatt freigestellter Bilder, mehr Schwarz-Weiß-Kontraste anstatt bunt-oranger Hintergrundflächen, mehr Weißraum. „Stilistisch brechen wir die Regeln des Old School Boulevards und definieren Boulevard neu, indem wir Premiuminhalte magaziniger layouten“, so Niggemeier. Die vor fast 70 Jahren gegründete Zeitung müsse fit für die Zukunft werden, ohne ihre Tradition über Bord zu werfen. „Wir setzen auf Herz statt auf Hetze und sind im Zweifel für den Schwächeren“, sagt der Chefredakteur.

Der Relaunch hängt auch mit dem neuen Produktionskonzept zusammen, das eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Print und Online, mehr Synergien mit den übrigen DuMont-Boulevardtiteln (Berliner Kurier, Kölner Express) und die Verwendung vorgefertigter Layout-Schablonen (Templates) vorsieht. Elf Arbeitsplätze sind dadurch weggefallen. Die Mopo verkaufte zuletzt (IVW 3/2017) montags bis freitags im Schnitt 65.466 Hefte, das sind 9 Prozent weniger als im Vorjahresquartal und über ein Drittel weniger als vor fünf Jahren. rp

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