Reichweitenmessung Willibald Müller wird AGF-Geschäftsführer

Mittwoch, 30. November 2016
Willibald Müller
Willibald Müller
Foto: Goldbach Germany

Die Suche hat ein Ende: Willibald Müller wird Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) und verlässt Goldbach Germany, das er im Moment als CEO führt. Er übernimmt damit einen der anspruchsvollsten Jobs, die derzeit in der Branche zu vergeben sind. Die AGF ist inmitten einer umfangreichen gesellschaftsrechtlichen Reform und Neuausrichtung und muss zudem ihr seit Jahren andauerndes Mammut-Projekt stemmen: Die Erstellung von konvergenten Reichweiten für Bewegtbild.

Müller ist in der neuen Position des Geschäftsführers künftig gemeinsam mit der langjährigen Leiterin der Frankfurter Geschäftsstelle Anke Weber und dem Team der Geschäftsstelle für den operativen Betrieb der AGF verantwortlich. Mit Müllers Verpflichtung wollen die Gesellschafter ARD, ZDF, Mediengruppe RTL Deutschland und Pro Sieben Sat 1 "gezielt die Managementkompetenz der AGF stärken".  Er gilt als einer der klügsten Köpfe der Branche und hat  weitreichendes forscherisches Know-How. "Willibald Müller bringt mit seinen umfangreichen Erfahrungen vor allem in der Vermarktung und Beratung die besten Voraussetzungen mit, um gemeinsam mit den Experten in der AGF-Geschäftsstelle unsere Angebote für den Bewegtbildmarkt kontinuierlich weiterzuentwickeln", sagt Martin Berthoud, derzeit Vorsitzender der AGF.

Müller hat Goldbach Germany seit April 2015 als CEO geleitet und in dieser Funktion die crossmediale Vermarktung aufgebaut. Zuvor war er Associate Partner bei der Strategieberatung Companion. Von 2007 bis 2012 arbeitete er als Geschäftsführer von Carat Deutschland, frühere Stationen waren MEC und Mindshare. Durch seine Tätigkeiten ist der Betriebswirt in der Branche gut bekannt und vernetzt - eine wichtige Voraussetzung für seine künftige Tätigkeit, die er zum 1. Januar 2017 aufnehmen wird.

Müller wird drei wichtige Themen angehen müssen: Mit der geplanten Reform der AGF soll nun der Gesellschafterkreis und die Anzahl der Lizenznehmer ausgebaut werden. Das erfordert mehr diplomatisches Geschick und Management. Zweitens muss er die geplante Konvergenzwährung voranbringen. Die einheitliche Messung von TV und Onlinevideo soll im Laufe des 1. Quartals 2017 eingeführt werden. Das Projekt erfordert hohe Aufmerksamkeit und hat einen enormen Koordinierungsbedarf. "Die Reichweitenmessung von Videoangeboten ist eine der spannendsten Aufgaben in unserer Branche", freut sich Müller auf die Arbeit. 

Seine dritte große Aufgabe wird sein, die AGF nach außen hin besser zu vertreten und die als sperrig und langsam geltende Organisation als reformfähig und modern zu positionieren. Bislang ist das Gesicht in den Markt der jeweilige Vorsitzende, derzeit Martin Berthoud vom ZDF. pap

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