Regulierung VPRT-Chef Schmid zur Verlagskritik: "Lobbyistische Kleinbiotoppflege"

Freitag, 29. Juli 2016
VPRT-Vorstandsvorsitzender Tobias Schmid
VPRT-Vorstandsvorsitzender Tobias Schmid
Foto: RTL

Mehr Liberalisierung ja – aber nur für die eigene Gattung. So könnte man das Zerren des Print- und TV-Lagers um die GWB-Novelle (Print) und die AVMD-Richtlinie (TV) zusammenfassen. Nachdem Bauers Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf vergangene Woche in HORIZONT vor einer Ausweitung der TV-Werbezeit gewarnt hat und dafür plädierte, die derzeit gültige Regelung von maximal 12 Minuten Werbung pro Stunde beizubehalten, wehrt sich nun Tobias Schmid, Vorstandsvorsitzender des Rundfunkverbandes VPRT.

"Die Zeiten sind vorbei, in denen man sich durch lobbyistische Kleinbiotoppflege seine Marktnische absichern konnte", erklärt Schmid, hauptberuflich noch Chef-Lobbyist der Mediengruppe RTL Deutschland ist. "Die Zukunft der europäischen Medienregulierung muss eine konvergente und zukunftsgewandte sein oder sie wird nicht sein – und die globalen Player werden uns zeigen, wie wenig sie diese Marktabschottungsreflexe interessieren."

„Die Zeiten sind vorbei, in denen man sich durch lobbyistische Kleinbiotoppflege seine Marktnische absichern konnte.“
Tobias Schmid
Auch die Stellungnahme zur GWB-Novelle nutzt der VPRT für einen Seitenhieb gegen das Printlager. Der Entwurf sieht Erleichterungen für Kooperationen von Presseunternehmen vor, unter anderem auch im Internet. Onlineangebote können jedoch auch unter die AVMD-Richtlinie fallen. Dafür könne die Liberalisierung jedoch nicht gelten, weil sie der Presse einen "überobligatorischen Wettbewerbsvorteil" verschaffen würde, so der VPRT. pap

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