Regionale Werbung Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk begrüßt Verbotspläne

Mittwoch, 10. Juni 2015
Felix Kovac, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk
Felix Kovac, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk
Foto: RT1 Media Group

Des einen Leid, des anderen Freud': Während Pro Sieben und der Kundenverband OWM die Entscheidung Bayerns, sich für ein Verbot regionaler TV-Werbung einsetzen zu wollen, bedauern, zeigt sich die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) zufrieden.
"Wir sind den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten dankbar, dass sie großen Schaden von den Medien vor Ort abwenden, die für die Vielfalt so wesentlich sind", so der APR-Vorsitzende Felix Kovac, im Hauptberuf Geschäftsführer der RT1 Media Group. In der APR sind insgesamt 290 Unternehmen aus dem Bereich lokaler Privatradios und TV-Veranstalter organisiert. Als das Bundesverwaltungsgericht Pro Sieben Sat 1 im vergangenen Jahr erlaubte, regionale Werbespots auszustrahlen, sahen viele regional ansässige Medien ihre Lebensgrundlage gefährdet, weil sie eine Abwanderung der Werbebudgets von ihren eigenen Sendern zum wesentlich reichweitenstärkeren Konkurrenten befürchteten. Auch der geplanten Kooperation von P7S1 mit dem Lokal-Vermarkter TV Bayern standen die dort vertretenen Regionalsender ablehnend gegenüber.

„Wir sind den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten dankbar, dass sie großen Schaden von den Medien vor Ort abwenden, die für die Vielfalt so wesentlich sind.“
Felix Kovac
Durch die gestern bekannt gewordene Entscheidung Bayerns, sich für ein Verbot regionalisierter Werbung im TV einzusetzen, sehen die lokalen Privatsender die Ordnung gewahrt: "Wer nur bundesweite Angebote sendet, soll sich auch aus bundesweiter Werbung finanzieren", so der Standpunkt der APR. Das Bundesland Bayern unter Ministerpräsident Horst Seehofer galt bislang als Unterstützer regionaler Werbung. Sollten die Ministerpräsidenten bei den Verhandlungen über den 18. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der am 1. Januar 2016 in Kraft treten soll, mehrheitlich ein Verbot beschließen, wird Bayern die Entscheidung unterstützen. Das teilte die Staatskanzlei in München gestern per Pressemitteilung mit.

OWM-Chef Joachim Schütz (Bild: OWM)
Bild: OWM

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Der Kundenverband OWM hingegen bedauert die bayerische Rolle Rückwärts. "Wir hätten uns in dieser Sache von der bayerischen Staatskanzlei mehr Rückgrat erwartet", erneuert OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz seine gestern gegenüber HORIZONT Online geäußerte Kritik. "Insbesondere für mittelständische und regional aktive Unternehmen hat ein Verbot regionalisierter Werbung im privaten Fernsehen fatale Auswirkungen und führt dazu, dass sie bestimmte Kundengruppen nicht mehr erreichen können."

P7S1 will die geplante Verbotsklausel im kommenden Rundfunkstaatsvertrag nun mit einer Normenkontrollklage auf Rechtmäßigkeit überprüfen lassen. Der OWM begrüßt diese Initiative: "Gerade vor dem Hintergrund der erst vor sechs Monaten erfolgten Genehmigung regionalisierter TV-Werbung durch das Bundesverwaltungsgericht Leipzig ist die Kehrtwende Bayerns umso unverständlicher. Es wäre zu hoffen, dass das Verfassungsgericht zu einer besseren Entscheidung im Sinne der werbenden Unternehmen kommt", so Schütz. ire
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