Rechtsstreit Matussek scheitert mit Verfügung gegen Kurt Krömer

Freitag, 09. August 2013
Matthias Matussek (l.) liegt mit Kurt Krömer im Clinch (Foto: RBB/Max Kohr)
Matthias Matussek (l.) liegt mit Kurt Krömer im Clinch (Foto: RBB/Max Kohr)


Punktsieg für Kurt Krömer: Das Landgericht Hamburg hat den Antrag des "Spiegel"-Journalisten Matthias Matussek auf Einweilige Verfügung gegen Krömers "Late Night Show" zurückgewiesen. Der Journalist will die Ausstrahlung der Sendung verhindern, weil Krömer ihn bei der Aufzeichnung unter anderem als "hinterfotziges Arschloch" bezeichnet hatte. Matussek zieht nun vor das Oberlandesgericht. Die Zeit drängt: Die Sendung soll am Samstag ausgestrahlt werden.
Die Sendung wurde bereits Anfang Juli im Berliner Ensemble aufgezeichnet. Krömer hatte den bekannten Autor und Journalisten dabei unter anderem als "hinterfotziges Arschloch" und "Puffgänger" bezeichnet. Matussek sieht sich durch die Schmähungen in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt - und versucht seitdem, die Ausstrahlung der Sendung zu verhindern.

Das Landgericht Hamburg folgte der Auffassung von Matussek und seinen Anwälten allerdings nicht und wies einen Antrag auf Einstweilige Verfügung zurück. Durch seine Teilnahme an der Sendung habe er in die Ausstrahlung der Sendung eingewilligt. Als medienerfahrener Journalist hätte er sich über das Konzept der Sendung informieren können. Er könne sich daher nicht darauf darauf zurückziehen, überrumpelt worden zu sein. Die Ausdrücke, von denen sich Matussek beleidigt fühlt, müssten im Kontext der Sendung betrachtet werden. Kurt Krömer sei eine "Kunstfigur", die sich "bewusst einer distanzlosen Sprache bediene, um seine Gäste zu provozieren". Rezipienten würden die Kraftausdrücke daher als nicht als Beleidigungen empfinden, sondern als "drastisches Stilmittel und Markenzeichen" Krömers, zitiert der Berliner "Tagesspiegel" aus der Begründung des Gerichts.

Doch der Autor gibt sich noch nicht geschlagen und hat sich an das Oberlandesgericht Hamburg gewandt. "Provokationen mögen in derartigen Shows üblich sein. Dass heißt aber nicht, dass eine derartige Sendung ein rechtsfreier Raum ist, in dem das überrumpelte Opfer seine Persönlichkeitsrechte an der Garderobe abzugeben hat", sagte Matusseks Anwalt Joachim Steinhöfel dem "Tagesspiegel". Seine Teilnahme an der Sendung bedeute nicht, dass er in seine Beleidigung eingewilligt habe. "Er war der Situation ausgeliefert und hat versucht, gute Miene zum bösen Spiel zu machen." Der Anwalt ist daher zuversichtlich, dass das Oberlandesgericht seiner Auffassung folgen wird.

Die Zeit drängt: "Krömer Late Night Show" soll am Samstag um 23.40 Uhr im Ersten ausgestrahlt werden. Sollte die Matussek auch vor dem OLG scheitern, dürfte sich Krömer doppelt freuen: Durch den Rechtsstreit dürften viele Menschen erst auf die Sendung aufmerksam geworden sein. dh
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