Rebranding Eurosport setzt auf neues On-Air-Design und mehr regionale Inhalte

Donnerstag, 12. November 2015
Das neue Eurosport-Logo ohne Sternenkranz
Das neue Eurosport-Logo ohne Sternenkranz
Foto: Eurosport

Auf der Fernbedienung nimmt Eurosport meist einen der hinteren Programmplätze ein. Eine lokalisierte Berichterstattung und ein Rebranding sollen den Marktanteil (aktuell 0,8 Prozent) steigern und mehr Werbegelder in die Kassen spülen.

Seit Juli ist Eurosport im hundertprozentigen Besitz des amerikanischen TV-Konzern Discovery, der 2012 erst 20, später 51 Prozent des paneuropäischen Sportsenders erworben hat. Neben Milliardeninvestitionen in Lizenzen – unter anderem sicherten sich die Amerikaner die Ausstrahlungsrechte der Olympischen Spiele 2018 bis 2024 – fließt nun ein mehrstelliger Millionenbetrag in ein Rebranding.

Zu sehen ist dieser ab 13. November auf allen Eurosport-Sendern sowie im Online- und Mobile-Auftritt. Ins Auge sticht dabei das neue Logo. Eurosport hat sich endgültig von dem an die EU angelehnten Sternenkranz verabschiedet. Nur noch ein Stern weist auf die europäische Positionierung hin, symbolisiert aber auch die neue länderbezogene Ausrichtung.

"Eurosport bleibt ein europäischer Sender", betont Susanne Aigner-Drews, General Manager von Discovery in der DACH-Region. Im Gegensatz zu früher soll die Berichterstattung aber inhaltlich regionalisiert und lokalisiert werden: Zum einen durch den gezielten Ankauf von Lizenzen nur für einzelne Länder. Zum anderen, indem international ausgestrahlte Wettbewerbe für einzelne relevante Länder personalisiert werden. Das geschieht bereits mit nationalen Aushängeschildern, beispielsweise Martin Schmitt als Co-Kommentor für Skispringen.

Großereignisse wie die Tour de France, der Moto GP oder aber Olympische Spiele werden von eigenen Teams vor Ort redaktionell begleitet. "Im Mittelpunkt soll künftig nicht das Sportereignis, sondern der Fan stehen", so Peter Wunner, Vice President Marketing & Communications bei Discovery. Sportler, Kommentatoren und Fans sollen über Website und Social Media näher zusammenrücken und interagieren. "Wir wollen die bevorzugte Plattform für leidenschaftliche Sportfans werden", formuliert Wunner das Ziel, das sich in "#sharemypassion“ widerspiegelt. Unter diesem Hashtag startet Eurosport seine Social-Media-Kampagne. "Fuel your passion", heißt analog dazu der neue Eurosport-Claim.
Der neue Markenauftritt von Eurosport
Der neue Markenauftritt von Eurosport (Bild: Eurosport)
Wo die eigentliche Zielgruppe des Rebrandings zu suchen ist, zeigt der restliche Mediamix. Im ersten Schritt bewirbt Eurosport über Kommunikationsfachtitel bevorzugt die B-to-B-Klientel. Aigner-Drews gibt zu: "Bei Mediaagenturen haben wir noch nicht die richtige Relevanz." In der Vermarktung der lokalen Senderinhalte sieht sie sehr viel Potenzial. Entsprechende Verkaufsteams sind bereits im Aufbau. "Und natürlich verkauft man sich besser bei Werbungtreibenden, wenn man ein Gesamtpaket schnüren kann", so Aigner-Drews.

Wie das Paket aus Eurosport und dem übrigen Portfolio, neben dem Discovery Channel unter anderem der Männerkanal Dmax und der Frauensender TLC, aussehen wird, verrät die Discovery-Chefin noch nicht. Man sei mitten in der Umstrukturierung. Die Verkaufsabteilungen wurden in der deutschen Zentrale schon zusammengeführt. vg

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