"Reality Queens auf Safari" im Check Bunga Bunga? Balla Balla!

Freitag, 23. August 2013
Die "Reality Queens auf Safari" erwischen einen holprigen Start (Bild: Pro Sieben)
Die "Reality Queens auf Safari" erwischen einen holprigen Start (Bild: Pro Sieben)
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Mit "Reality Queens auf Safari" setzt Pro Sieben auf die Trash-Welle noch einen drauf: Zwölf mehr oder weniger bekannte Damen werden in die afrikanische Savanne verfrachtet, wo sie bereits nach kurzer Zeit übereinander herfallen. Wenn es das Ziel war, TV-Trash auf die Spitze zu treiben, kann man sagen: Mission erfüllt. Die Frage ist: wer will das noch sehen? Eines muss man Pro Sieben ja lassen: Der Sender ist wenigstens ehrlich mit seinen Zuschauern. Wenn sich ehemalige Pornodarstellerinnen, Internet-Sternchen, Hobby-Nudistinnen und andere It-Girls für ein neues TV-Format vor der Kamera versammeln, dann weiß der Zuschauer, dass nun eher ein Vorstoß in die Niederungen der TV-Unterhaltung bevorsteht.

Entsprechend unheilsschwanger klingt das Intro zu "Reality Queens auf Safari": Dieses wimmelt vor Ankündigungen des Zickenterrors, der das Publikum in den kommenden zwei Stunden erwartet, nur um dann in dem Satz zu münden: So gnadenlos war Fernsehen noch nie. Was sich letztendlich mehr als Drohung entpuppte denn als Verheißung. Bereits auf dem Flug nach Afrika sind die Mädels betrunken, nach der Ankunft wundern sie sich über "die vielen Schwarzen hier" und anschließend werden abwechselnd die schäbigen Schlafgelegenheiten, das labberige Essen oder die vielen Moskitos (Ex-Popstars-Gewinnerin Gabby: "Die identifizieren uns mit Malaria!") bekreischt. Und dann wird die zwölfköpfige Gruppe auch noch in die "Matiti Girls" und die "Bunga Babes" eingeteilt. Balla-Balla-Bande hätte es wohl besser getroffen.

Aber genau das ist ja auch das Kalkül: Der Zuschauer soll sich laben am zweifelhaften Treiben einer bunt zusammen gewürfelten Truppe von Frauen, die zwar alle keine Einsteins sind, dafür aber Kameraerfahrung haben. Insofern geht dieser Punkt an Pro Sieben: Das Casting der Sendung ist durchaus imstande, die Erwartungen zu erfüllen.

Es bleiben allerdings zwei Fragen. Erstens: Warum setzt Pro Sieben so wenig eigene Akzente? Es gibt "Challenges" für die Teams, und wer gegen die Camp-Regeln verstößt, wird bestraft, etwa mit Kaffee-Entzug. Der Dschungel lässt grüßen. (Dennoch findet Micaela, dass es in Tansania viel schlimmer sei als im australischen Dschungel. Dort durfte sie wenigstens nackt rumlaufen). Außerdem erinnert nicht nur das Rauswähl-Prozedere am Ende der Sendung sehr stark an das RTL-Format "Wild Girls", das kürzlich auslief, ohne bei den Zuschauern auf allzu viel Gegenliebe gestoßen zu sein.

Was zur zweiten Frage führt: Ab wann übertreibt man es mit dem Trash? Wie viele abgehalfterte Z-Promis, die sich durch irgendwelche Dschungel/Steppen/Großstädte zicken, soll der Zuschauer noch ertragen geschweige denn honorieren? Letzteres ist nach dem (Nicht-)Zuspruch des Publikums drängender denn je: Gerade einmal 1,15 Millionen Zuschauer wollten die Sendung sehen, bei den werberelevanten 14- bis 49-Jährigen gar nur 770.000. Womöglich erleben wir mit "Reality Queens auf Safari" das vorläufige Ende der Trash-Welle. ire
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