Real Time Bidding Google und Axel Springer Media Impact kooperieren

Montag, 04. November 2013
Hofft auf effektivere Vermarktung von Restinventar: Springers Chef-Vermarkter Peter Würtenberger
Hofft auf effektivere Vermarktung von Restinventar: Springers Chef-Vermarkter Peter Würtenberger


Sieh an, es gibt noch Felder, auf denen Axel Springer und Google ganz gut miteinander können: Wie beide Unternehmen bekannt gaben, wollen sie ihre Kooperation bei der Werbevermarktung erweitern. Der Vermarkter Axel Springer Media Impact (ASMI) ermöglicht ab 2014 die Echtzeitvermarktung von Bereichen seines Portfolios über die Google-Platform Doubleclick AdExchange. Die Partnerschaft sei auf mehrere Jahre angelegt. Der Suchmaschinengigant liefert außerdem Display- und Textanzeigen hinzu, um die Monetarisierung dieser Seiten zusätzlich zu befeuern. Die Auslieferung der Werbeformate soll weiterhin ausschließlich über den Smart-Adserver von Axel Springer erfolgen. Beim Real Time Bidding (RTB) pitchen Werbungtreibende in Echtzeit um Werbeplätze bzw. einzelne Ad Impressions, die der jeweils Höchstbietende schließlich mit seinen Werbemitteln belegen darf. Google ist mit seiner Adexchange-Plattform nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter der RTB-Technologie.

Dieses Verfahren wird in der Regel bei der Vermarktung von B-Inventar angewendet - so ist es auch im Falle der Kooperation von Axel Springer mit Google: "Die Google AdExchange bietet uns die Möglichkeit, unsere Standardwerbeplätze noch effektiver zu vermarkten", sagt Springers Vermarktungschef Peter Würtenberger. "Dabei eröffnen sich uns die Vorteile aus einer leistungsstarken Technologie, aus zusätzlichen, automatisierten Kundenbeziehungen und aus einer transparenten Steuerung unseres sogenannten Long-Tail-Inventars. Unsere Premium-Werbeplätze werden auch in Zukunft ausschließlich über unsere eigenen Verkaufsstrukturen an Kunden und Agenturen vermarktet."

"Dass die Vermarktung redaktioneller Angebote von Verlagen im Internet und mobil noch stärker zunimmt, ist das erklärte Ziel unserer vielfältigen Partnerschaften mit Medienunternehmen - in den vergangenen Jahren wie auch in Zukunft", ergänzt Philipp Justus, Managing Director von Google in der DACH-Region. "Die neue Vereinbarung mit der Vermarktungstochter von Axel Springer stellt dabei einen Meilenstein dar. Wir sind zuversichtlich, dass dieser Partnerschaft weitere mit anderen Medienhäusern folgen werden."

Dass Springer und Google dermaßen einig miteinander sind, ist keine Selbstverständlichkeit: In Sachen Leistungsschutzrecht lieferten sich beide eine teilweise heftige Kontroverse. Im vorliegenden Fall dürften die Dinge ein wenig anders liegen. Denn bei dieser Kooperation mit Google fällt für Axel Springer - dank der Masse an Inventar, die der Verlag im Netz anzubieten hat - Geld ab. Die Differenzen bezüglich des LSR seien durch die intensivierte Zusammenarbeit bei der Werbevermarktung allerdings keinesfalls ausgeräumt, wie ein Sprecher von Axel Springer erklärt: An den unterschiedlichen Positionen hierbei werde sich nichts ändern. ire
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