Reaktion auf Leser-Feedback "Süddeutsche" erklärt, wie die Mollath-Anzeige ins Blatt kam

Mittwoch, 14. August 2013
Die "SZ" legt Rechenschaft gegenüber den Lesern ab (Bild: Screenshot sueddeutsche.de)
Die "SZ" legt Rechenschaft gegenüber den Lesern ab (Bild: Screenshot sueddeutsche.de)


Nicht nur Sixt steckte wegen des unsäglichen Werbemotivs mit Gustl Mollath eine Menge Kritik ein. Auch die "Süddeutsche Zeitung", in der die Anzeige am Montag erschienen war, erntete nach eigenen Angaben irritierte und empörte Reaktionen der Leser. Deswegen erklärt die Zeitung nun, wie die Werbung ihren Weg ins Blatt fand. Nicht wenige Leser seien der Meinung, die Redaktion hätte den Abdruck der Anzeige verhindern müssen, wie die "SZ" in der heutigen Print-Ausgabe auf Seite 17 und online darlegt. "Dazu ist zu sagen: In der Süddeutschen Zeitung sind das Anzeigengeschäft und die Redaktion strikt getrennt. Die Redaktion nimmt keinerlei Einfluss auf die Anzeigenabteilung und auf die Anzeigen, ebenso wie die Anzeigenabteilung keinen Einfluss auf die Redaktion und ihre Arbeit nimmt", heißt es weiter in dem Artikel.

Die Veröffentlichung der Anzeige bedeute nicht, dass sich die Redaktion diese Art von Werbung bzw. Humor zu eigen mache. Verantwortlich für den Inhalt einer Anzeige sei in erster Linie der Inserent - nur bei offensichtlichen, eindeutigen und schwerwiegenden Verstößen "gegen Recht und Gesetz oder die guten Sitten" könne und werde der Verlag die Veröffentlichungen ablehnen. Zugleich äußert die "SZ" Verständnis für die Reaktionen der Leser auf die Anzeige.

Besagtes Motiv zeigte den kürzlich nach siebeneinhalb Jahren aus der Psychiatrie entlassenen Gustl Mollath, darunter der Satz: "Wenn hier einer verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen." Das Zitat war frei erfunden und Mollath im Vorfeld nicht kontaktiert worden. Sein Anwalt Gerhard Strate kündigte deshalb an, rechtliche Schritte gegen Sixt prüfen zu wollen. Wenig später ruderte Sixt zurück: Unternehmenschef Erich Sixt entschuldigte sich in einem persönlichen Brief bei Mollath. Ob dieser Entschuldigung annimmt und im Gegenzug auf Rechtsmittel verzichtet, ist derzeit nicht bekannt. ire
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