Reaktion auf LSR Rivva entfernt gut 650 Quellen

Montag, 29. Juli 2013
Frank Westphals Blogeintrag zu den Auswirkungen des LSR (Bild: Screenshot rivva.de)
Frank Westphals Blogeintrag zu den Auswirkungen des LSR (Bild: Screenshot rivva.de)


Das Leistungsschutzrecht, das am 1. August in Kraft tritt, wirft seine Schatten voraus. So kündigte Rivva-Macher Frank Westphal in einem Blogbeitrag an, ungefähr 650 Nachrichtenquellen aus dem Angebot des beliebten News-Aggegators zu entfernen. "Circa 650 Lokalzeitungen, Magazine und ihre Blogs werden angesichts der aktuellen Rechtsunsicherheit nicht mehr in der Aggregation auftauchen", so Westphal wörtlich. Der Grund für die drastische Maßnahme: Als reine One-Man-Show fehlen schlicht und einfach die Kapazitäten, um sich von allen Verlagen und Pressehäusern die Genehmigung zur Listung auf Rivva einzuholen. "Es ist traurig. Der bürokratische Aufwand, um alle interessanten Quellen einzeln um Erlaubnis zu fragen, sprengt ein Ein-Personen-Projekt. Was fehlt, ist ein maschinenlesbarer Standard", resümiert Westphal.

Nachdem der Bundestag das Leistungsschutzrecht beschlossen hatte, musste Westphal aufgrund der teilweise unklaren Formulierungen des Gesetzestextes Änderungen bei Rivva vornehmen. So begrenzte er die Länge der kurzen Anrisstexte auf 160 Zeichen. In den kommenden Tagen werden diese Snippets "jeden Tag ein bisschen mehr verblassen, bis sie am Ersten schließlich gar nicht mehr lesbar sind."

Aus der Bloggerszene kommt jedoch Aufmunterung: Zahlreiche Autoren - darunter Richard Gutjahr, Thierry Chervel oder Ulrike Langer - gaben in der Kommentarfunktion an, dass sie weiter bei Rivva gelistet werden wollen. ire
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