Readly Flatrate-Kiosk will in die IVW / 560.000 Abrufe pro Quartal

Donnerstag, 31. März 2016
Readly bietet aktuell 246 Titel aus Deutschland an
Readly bietet aktuell 246 Titel aus Deutschland an
Foto: Readly
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Readly BAUER Startups Computer Bild Axel Springer


All you can read: Der digitale Flatrate-Kiosk Readly meldet erstmals eine Nutzungszahl. Nach eigenen Angaben haben im 4. Quartal 2015, ein Jahr nach dem Deutschland-Start, zahlende User (10 Euro pro Monat) rund 560.000 Magazinexemplare gelesen. Außerdem klopft Readly an die Tür der IVW.

Bei dem kumulierten Wert ist zu beachten, dass ein Nutzer, der in jede neue Ausgabe etwa eines Monatsmagazins schaut, pro Quartal gleich dreimal zählt. Wie viele einzelne Leser hinter den 560.000 PDF-Exemplaren stecken, das sagt Readly nicht. Auch die Zahl der Abonnenten wird verschwiegen. Nur so viel: Derzeit sind 246 Titel von 40 deutschen Verlagen im Angebot; international sind es über 1.470 Titel von über 240 Verlagen.

Auch die Top 5 der via Readly hierzulande am häufigsten gelesenen Magazine hinterlegt die Deutschland-Tochter des schwedischen Startups nicht mit Zahlen: „Intouch“ (Bauer), „Computer Bild“ (Axel Springer), „Closer“ (Bauer), „Die Aktuelle“ (Funke) und „Auto Motor und Sport“ (Motorpresse Stuttgart), in dieser Reihenfolge.

Nun peilt Readly an, die Nutzung seiner PDF-Magazine von der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) testieren zu lassen – wohl bei der verbreiteten Auflage, denn bei der verkauften Auflage stellt die IVW hohe Ansprüche an die Zurechenbarkeit der Zahlung zu den Titeln; diese wird das Flatrate-Modell von Readly kaum erfüllen können. Generell müsste das Unternehmen außerdem die jeweiligen Nutzungszahlen preisgeben, da die IVW Durchschnitte pro Ausgaben ausweist und keine kumulierten Zahlen.

Man stehe mit der IVW in engem Kontakt, um ein Verfahren zu erarbeiten, wie eine offizielle Zählung von über Flatrates gelesenen Ausgaben aussehen könnte, so das Unternehmen. „Die Entscheidung, ob digitale Exemplare aus Flatrate-Modellen bei der Auflagenmeldung berücksichtigt werden können, ist am Ende von den Marktbeteiligten innerhalb der IVW-Gremien, also von den Verlegerverbänden, Werbungtreibenden und Werbeagenturen gemeinsam zu fällen“, sagt Philipp Graf Montgelas, Geschäftsführer Readly Deutschland. Er sei zuversichtlich, dass sich eine für alle zufriedenstellende Lösung entwickeln lasse.

Unterdessen bekommt Readly neue Konkurrenz. Hatte man sich bisher nur mit dem Flatrate-Anbieter Pressreader (der nicht nur PDFs führt, sondern auch Titelinhalte auf einer eigenen Darstellungsoberfläche neu zusammenmischt) herumzuschlagen, betritt nun auch der Blendle-Wettbewerber Pocketstory das Flatrate-Feld. Das Hamburger Startup weicht sein Geschäftsmodell – den Einzelverkauf von Texten – auf und bietet jetzt auch Pauschaltarife an. rp

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