Rassisten-Targeting bei Facebook Sheryl Sandberg kündigt Überarbeitung der Werberichtlinien an

Donnerstag, 21. September 2017
Facebook-Managerin Sheryl Sandberg
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Facebook reagiert auf Berichte, wonach Werbungtreibende auf der Plattform gezielt Menschen mit rassistischen und fremdenfeindlichen Profilangaben targeten können. Geschäftsführerin Sheryl Sandberg kündigte in einem Facebook-Post an, dass das Unternehmen seine Targeting-Richtlinien überarbeiten wird.
Vergangene Woche hatte das Investigativ-Netzwerk ProPublica mit einem Bericht für Aufsehen gesorgt: Der NGO war es gelungen, auf Facebook Anzeigen für Menschen zu platzieren, die "Nazi Party" als Arbeitgeber angegeben hatten. Auch Facebook-Nutzer, die sich in den Profileinstellungen als "Jew-Hater" ausgeben, konnten gezielt angesprochen werden. Facebook reagierte auf den Bericht, indem das Targeting auf Basis der von Nutzern selbst eingetragenen Begriffe vorerst deaktiviert wurde.
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Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg hat sich nun persönlich zu den Erkenntissen von Pro Publica geäußert - und Versäumnisse eingeräumt: "Wir hatten nie die Absicht, dass diese Funktionalität in dieser Weise genutzt wird - das ist unsere Schuld", so Sandberg über die Möglichkeit, Nutzer aufgrund ihrer Arbeitgeber-Angaben zu targeten. "Und wir haben das nicht selbst herausgefunden - auch das ist unsere Schuld", so die Managerin weiter.

Im Folgenden kündigt Sandberg konkrete Schritte an, um dem Problem Herr zu werden. So werde man die eigenen Werberichtlinien dahingehend anpassen, dass Inhalte, die den Community-Standards von Facebook widersprechen, nicht zum Targeting verwendet werden dürfen. "Die beinhaltet alles, was Menschen direkt aufgrund von Rasse, Ethnie, Herkunft, religiöser Überzeugung, sexueller Orientierung, Geschlecht, Gender, Behinderungen oder Krankheiten angreift", schreibt Sandberg.
Zweitens sollen zusätzlich zu den automatisierten Prozessen mehr Menschen damit beauftragt werden, die Einhaltung der Targeting-Richtlinien zu überprüfen. "Drittens arbeiten wir an einem Programm, das die Menschen auf Facebook dazu ermuntern soll, potenziellen Missbrauch unseres Werbesystems direkt an uns zu melden", so Sandberg. Ähnliche Programme für technische Vorgänge hätten bereits Erfolge gezeigt und man hoffe, das auch bei der Werbung erreichen zu können.

Die Facebook-Managerin versichert, dass man derartige Fehler künftig "unnachlässig aufdecken und so schnell wie möglich beheben" wolle. Ähnlich hatte sich Sandberg bereits in der vergangenen Woche auf der dmexco geäußert: "Wir nehmen unsere Verantwortung, die wir unseren Nutzern und Werbekunden gegenüber haben, sehr ernst", so die Facebook COO in Köln. Gleichzeitig hatte Facebook angekündigt, Werbung im Umfeld von kritischen Inhalten wie Gewalt und Pornographie zu verbietenire
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