Rassismus-Vorwürfe "How I Met Your Mother" im Shitstorm

Freitag, 17. Januar 2014
Eine Twitter-Nutzerin wirft dem Sender Yellowfacing vor (Bild: Screenshot twitter.com/suey_park)
Eine Twitter-Nutzerin wirft dem Sender Yellowfacing vor (Bild: Screenshot twitter.com/suey_park)
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Twitter USA Erfolgserie CBS Hashtag Carter Bays Barney Stinson



Die Macher von "How I met your mother" bereiten sich zwar derzeit auf ein Finale Furioso vor, immerhin hat die Erfolgserie nach der neunten Staffel, die derzeit in den USA auf CBS läuft, ein Ende. Aber so hatten sie sich das sicher nicht vorgestellt: Weil eine kürzlich ausgestrahlte Folge zahlreiche Asien-Klischees enthielt, tobt auf Twitter unter dem Hashtag #HowIMetYourRacism ein Shitstorm.
Anlass ist ein Running-Gag aus der Serie, der sich bislang eigentlich großer Beliebtheit erfreute: Weil er einst eine Wette gegen ihn gewann, darf Marshall, der ansonsten eigentlich nicht zu Gewalt neigt, dem notorischen Frauenhelden Barney Stinson insgesamt acht Ohrfeigen verpassen. Jede davon genießt er in vollen Zügen (hier gibt der Sender CBS einen kleinen Rückblick). Um den Genuss noch zu steigern, nimmt Marshall in der jüngsten Episode "Slapsgiving 3: Slappointment in Slapmarra" Kung-Fu-Unterricht. Die anderen Seriencharaktere fungieren dabei als seine Lehrer, treten in traditionellen asiatischen Gewändern auf, essen ungeschickt mit Stäbchen und bringen ihm etwa den "Schlag der eine Million explodierenden Sonnen" bei.

Einigen Zuschauern geht dies zu weit: sie kritisieren die klischeehafte Darstellung von Asiaten als "Yellowfacing" - eine Anlehnung an das so genannte Blackfacing, bei dem sich Weiße das Gesicht schwarz anmalen und sich rassistischer Stereotype über Schwarze bedienen:





Unter dem Hashtag #HowIMetYourRacism wurden bei Twitter zeitweise so viele Tweets abgesetzt, dass das Thema sogar unter den Trending Topics bei dem Kurznachrichtendienst auftauchte. Bei aller Kritik gibt es allerdings auch User, die zu etwas mehr Gelassenheit raten. Und ein High-School-Lehrer will die Debatte gar als Lehrstück für seinen Unterricht verwenden:



Die Macher Serie Carter Bays und Craig Thomas sahen sich schließlich gezwungen, auf den Sturm der Entrüstung zu reagieren. Auf Twitter formulierte Bays in insgesamt fünf Tweets eine Entschuldigung: "In der Episode wollten wir eine alberne Hommage an das Kung-Fu-Genre zeigen, das wir immer sehr geliebt haben", so Bays. "Aber damit haben wir manche Menschen verletzt. Das tut uns sehr leid und wir bedanken uns bei allen, die ihre Stimme erhoben und uns so darauf aufmerksam gemacht haben." Die Notiz endet mit einem Appell, die Serie zu einem guten Ende zu führen:



Die letzte Folge von "How I Met Your Mother" wird in den USA im März ausgestrahlt. ire
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