Radio Advertising Summit Chancen in Zeiten des flachen Chaos

Dienstag, 25. April 2017
Alexander Bard auf dem Radio Advertising Summit
Alexander Bard auf dem Radio Advertising Summit
Foto: Claus Langer / RAS

Die Zeiten von Kommunikation in eine Richtung sind endgültig vorbei - die Zukunft gehört der Interaktion: Mit einem flammenden Plädoyer für weniger one-way-Kommunikation und mehr gezielter Ansprache hat Alexander Bard, schwedischer Künstler, Musiker, Autor und sogenannter Cyberphilosoph den diesjährigen Radio Advertising Summit in Düsseldorf eröffnet.

"There will be more audio then ever" rief er und forderte dazu auf, intelligente Kommunikation zu machen. Zuvor waren die rund 800 Gäste im Düsseldorfer Areal Böhler von Moderatorin Barbara Schöneberger und Radiozentrale-Geschäftsführer Lutz Kuckuck begrüßt worden.

Keynote-Speaker Bard, manchem vielleicht noch als Gründer der in den 80er und 90er Jahren erfolgreichen schwedischen Band Army of Lovers bekannt, gab einen rasanten sozio-philosophischen Abriss über die Geschichte der Kommunikation, mit dem er mehr Verständnis dafür wecken wollte, was die digitale Technik für die heutige Gesellschaft bedeutet: Wo Wissen einst nur mündlich weitergegeben wurde, dann Macht für all jene bedeutete, die in den Besitz handgeschriebener Bücher kamen, und schließlich nach der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert zur ersten massenmedialen Bewegung führte, habe erst das Internet zur wirklichen Revolution geführt: Weil die Kommunikation nicht mehr von oben nach unten läuft, sondern die Masse untereinander kommuniziert. "Da herrscht flaches Chaos", so Bard. "Keiner hat die Kontrolle und die User suchen nach nicht weniger als ein wenig Ordnung im System." Dabei hinterlassen sie Daten - und die gelte es sinnvoll zu nutzen.

Gerade für die Audiobranche sei die Chance dabei enorm hoch, die Masse zu targeten: Nichts sei heute so einfach, wie herauszufinden, was die Hörer wollten. Also muss es ihnen auch gegeben werden, sowohl als Content als auch im Werbeformat. son

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