Radio Advertising Summit Audio kommt - nur wie?

Donnerstag, 12. April 2018
Die Podiumsdiskussion mit Paperlein, Ostertag, Adrian, Nadler und Huber (v.l.)
Die Podiumsdiskussion mit Paperlein, Ostertag, Adrian, Nadler und Huber (v.l.)
© dfv
Themenseiten zu diesem Artikel:

Robert-Louis Ostertag Oliver Adrian Check24 Alexa


Kommt jetzt das Zeitalter von Audio? Beim ersten großen Panel auf dem diesjährigen Radioadvertising Summit in Düsseldorf sahen die Diskutanten zumindest eine herausfordernde Zeit für Audioangebote aller Art voraus, ausgelöst vom zunehmenden Verkauf von Smartspeakern und Audioassistenten. In welcher Form das klassische Radio davon profitieren kann? Da gingen die Meinungen zwischen Audiovermarktern und Kunden allerdings noch auseinander.

Während Oliver Adrian, Geschäftsführer von AS&S Radio, auf eine englische Studie verwies, laut der 75 Prozent der derzeitigen Audionnutzung klassischer Radiokonsum sei, wehrte sich Helmut Huber, CMO des Vergleichsportals Check24, gegen ein klares für und wider einzelner Kanäle: "Es geht gar nicht darum, welches Medium man mag oder nicht", sagte er. "Es geht einzig darum, was der Kunde von welchem Medium erwartet. Ihm, während er über Alexa Musik hört oder das Wetter abfragt, einfach einen Spot einzuspielen - das wird es wohl eher nicht sein."

Moderatorin Barbara Schöneberger und Radiozentrale-Chef Lutz Kuckuck begrüßen die Gäste in Düsseldorf
Moderatorin Barbara Schöneberger und Radiozentrale-Chef Lutz Kuckuck begrüßen die Gäste in Düsseldorf (© dfv)
Was es dann aber sein wird - darüber wagten auch Robert-Louis Ostertag, Head of Digital Media Markt Saturn, und Klaus Nadler, CEO der Mediaagentur Carat, noch keine echte Prognose. "Es wird auf jeden Fall einen Boost für alle Themen rund um die Audiokommunikation geben", meinte letzterer und empfindet besonders die Interaktionsmöglichkeiten, die die Sprachassistenten ermöglichen werden, als spannendes Zukunftsthema.

„Es wird auf jeden Fall einen Boost für alle Themen rund um die Audiokommunikation geben.“
Klaus Nadler
Media-Markt-Digitalchef Ostertag hingegen beschäftigt eher die Frage, ob die Produktpalette seines Unternehmens überhaupt noch wahrgenommen werden wird, wenn Amazons Alexa darüber entscheidet, welche Suchergebnisse dem Nutzer vorgelesen werden: "Das wird dann von unserem größten Konkurrent gesteuert", fürchtet er zurecht und gibt offen zu: "Eine Lösung haben wir dafür noch nicht."

Hubers Ansatz, nicht in Kategorien wie richtig oder falsch zu denken, könnte insofern wichtig werden: "Die Frage ist, wo die Kunden und Nutzer eine Marke verorten", sagt er. "Lucky Strike hat man früher mit Plakat verbunden, den Marlboro Man mit Kino. Viele Brands fokussieren sich heute nicht genug darauf, in welchen Kanal sie gehören. Aber eigentlich muss der Kunde sagen. ‚Ach, die Marke kenne ich aus dem Radio!‘" Es schade nicht, seinen Lead-Kanal zu kennen. Dass Check24 und seine "Zwei unvergleichliche Familien" stark mit TV verbunden wird, ist in dieser Hinsicht gewollt: Zum Markenaufbau und um das Thema "Vergleich" großflächig bekannt zu machen, sei der Kanal derzeit der richtige für das Unternehmen: "Wir betreiben nicht nur Branding, sondern Brainding."

Dass Reichweite dennoch ein Thema von gestern ist, darüber war er sich mit Ostertag und Mediamann Nadler einig. Nur mit horrenden Budgetsteigerungen könnten heute noch die Reichweiten von einst erzielt werden, die Werbungtreibenden und Planer verlegen sich daher längst auf die Aussteuerung der richtigen Touchpoints. AS&S-Manager Adrian allerdings plädierte da doch noch einmal im Sinne seiner Gattung und der gemeinsam mit Privatvermarkter RMS unterstützten Veranstaltung der Radiozentrale. Auf die Frage von HORIZONT-Redakteurin Juliane Paperlein, welche Chancen das Massenmedium gegen die zunehmende Individualisierung noch habe, meinte er: "Die Kraft einer hohen Reichweite hat auch Effekte jenseits einer ausgewählten Zielgruppe. Wer nur auf One-to-One-Kommunikation setzt, lässt viel Potenzial liegen." son

HORIZONT Newsletter Vor 9 Newsletter

Der Wake-Up Call der Branche

 


Meist gelesen
stats