Radio Advertising Summit Always on, immer mobil - Technologiewandel verändert Mediennutzung

Donnerstag, 14. April 2016
Radio Advertising Summit im Areal Böhler in Düsseldorf
Radio Advertising Summit im Areal Böhler in Düsseldorf
Foto: Radiozentrale

Bis der Mediaeinkauf auch im Radio vollautomatisiert stattfinden wird, wird es noch einige Jahre dauern. "Die Automatisierung der Buchungsprozesse ist ein wichtiges Thema, das schnell das klassische Radio erreichen wird", sagt Oliver Adrian, Geschäftsführer der AS&S Radio, auf dem Radio Advertising Summit (RAS) in Düsseldorf. Dass das Inventar aber auch in Echtzeit und im Auktionsverfahren gehandelt wird, sieht er jedoch nicht.

Auch Florian Ruckert, Vorsitzender der Geschäftsführung des Privatradiovermarkters RMS, geht davon aus, dass es noch dauern wird, bis der programmatische Einkauf via Maschinen das Standardverfahren ist.

Die Vermarkter beschäftigen sich jedoch intensiv mit den neuen Technologien. Die Programmmacher binden Social Media in vielerlei Form ein, der Umgang mit Snapchat und Periscope gehört bei vielen schon zum Alltag. Adrian sieht Radio daher besser gerüstet in der zunehmend fragmentierten Medienwelt, als manch andere Gattung. 

„Alles, was automatisiert werden kann, wird auch automatisiert.“
Gerd Leonhard
Gerd Leonhard, The Futures Agency, sieht durch die vielen neuen technologischen Möglichkeiten einen radikalen Wandel auf das Werbegeschäft zukommen. "Alles, was automatisiert werden kann, wird auch automatisiert", sagt er. Rund 4500 Start-ups beschäftigten  sich derzeit mit Werbetechnologien, so Leonhard.

Er geht davon aus, dass die Digitalisierung und Automatisierung nicht nur das Werbegeschäft, sondern das Leben der Menschen an sich verändern wird und zwar nicht erst im nächsten Jahrzehnt. Er glaubt, dass bereits 2020 Media und insbesondere Audio in der Cloud stattfindet. Nach seinen Berechnungen stellen die Millenials 2025 bereits 75 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. Deren Mediennutzungsverhalten - always on, alles mobil, alles sozialvernetzt - werde sich in vielen Bereichen auswirken.

Martina Vollbehr, Geschäftsführerin von Pilot, geht ebenfalls davon aus, dass sich die Nutzung dramatisch verändern wird, nicht zuletzt dadurch, dass immer mehr Geräte internetfähig werden. "Das Internet of things hält radikal Einzug", sagt sie. Die Aufmerksamkeit für die einzelnen Botschaften werde durch das steigende Angebot an immer neuen Werbeflächen aber  geringer. Die Kreation müsse sich darauf einstellen. "Werbung muss glaubwürdig sein und Spaß machen", rät sie. pap

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