Radikale Kehrtwende Facebook-Videos starten künftig automatisch mit Sound

Mittwoch, 15. Februar 2017
Facebook-Videos lassen sich künftig als Bild-im-Bild ansehen
Facebook-Videos lassen sich künftig als Bild-im-Bild ansehen
Foto: Facebook
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Facebook drückt in Sachen Bewegtbild immer weiter aufs Tempo: Der Social-Media-Gigant  kündigt nicht nur neue Apps für Smart-TVs an, sondern gibt auch Veränderungen bei der Darstellung von Videos im News Feed bekannt. Eine davon dürfte unmittelbar mit der Werbevermarktung zusammenhängen - und könnte die User zunächst verwirren.
Wie Facebook in einem Blogpost bekannt gibt, werden Videos künftig automatisch mit Ton abgespielt, sofern das Smartphone des Nutzers nicht auf lautlos gestellt ist. Der Sound startet, sobald man über ein Video im News Feed scollt und endet, wenn das Video wieder aus dem sichtbaren Bereich verschwindet. Wer nicht will, dass Facebook-Videos mit Ton abgespielt werden, muss entweder den Ton an seinem Smartphone ausschalten oder in den Einstellungen bei Facebook die Option "Videos im News Feed mit Sound starten" deaktivieren.
Wie die Facebook-Manager Dana Sittler und Alex Li in ihrem Blogpost ausführen, geht die Neuerung auf einen Test zurück. Dabei habe man positives Feedback erhalten, erklären Sittler und Li - ohne auf den Rahmen des Tests genauer einzugehen. Damit vollzieht Facebook eine radikale Kehrtwende: Noch vor genau einem Jahr hatte ein Experiment gezeigt, dass 80 Prozent der Nutzer negativ reagieren, wenn Videos automatisch mit Sound abgespielt werden. Deswegen riet Facebook seinen Werbekunden auch dazu, ihre Werbevideos so zu gestalten, dass sie auch ohne Ton funktionieren.
Offensichtlich sind dazu immer weniger Marketer bereit. Denn Facebook führt nicht nur die automatische Ton-Aktivierung ein: Vor wenigen Tagen kündigte Facebook eine neue Buchungsoption für Videowerbung an, bei der die Kunden erst dann bezahlen müssen, wenn das Video mit Ton abgespielt wurde. Indem Facebook nun automatisch Sound aktiviert, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Werbungtreibende, die die neue Buchungsoption gewählt haben, auch tatsächlich bezahlen müssen.
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Bild: Facebook

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Weitere Neuerungen betreffen die optische Darstellung von Videos im mobilen Newsfeed. Künftig werden Videos dort bildschirmfüllend angezeigt. Zudem können die Nutzer Videos minimieren, um weiter durch den Newsfeed zu scrollen, während sie das Video anschauen. Diese Funktion kennt man etwa von Youtube. Beide Neuerungen sind sowohl für iOS als auch für Android verfügbar. Nutzer von Googles mobilem Betriebssystem können darüber hinaus Videos selbst dann weitergucken, wenn sie die Facebook-App schließen.

Auf Mobilgeräten macht Facebooks Bewegtbild-Offensive allerdings nicht Halt: Das Unternehmen kündigt überdies eine App für Apple TV, Amazon Fire TV und Samsung Smart TV an. Weitere Plattformen sollen folgen. Damit können die Nutzer Videos ihrer Freunde, beliebte Live-Videos oder empfohlene Videos auf ihrem Fernseher ansehen. Außerdem lassen sich damit gespeicherte, bereits angesehene oder selbst geteilte Videos ansehen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Facebook eine Funktion ausgerollt, mit der Nutzer ihre Videos auf ein TV-Gerat streamen können. ire
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