RTL-Umfrage Zuschauer wünschen sich mehr "Constructive News"

Donnerstag, 10. September 2015
Interessiert sich für Constructive News: RTL-Aktuell-Chef Peter Kloeppel
Interessiert sich für Constructive News: RTL-Aktuell-Chef Peter Kloeppel
Foto: RTL / Stefan Gregorowius
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Viele Zuschauer empfinden die Nachrichten im Fernsehen als zu negativ und würden gerne häufiger positive Meldungen sehen. Das ergab eine Umfrage von Forsa im Auftrag von "RTL Aktuell".
So gaben 45 Prozent der Befragten an, die Fernsehnachrichten seien ihnen zu problembeladen. 35 Prozent sagten sogar, die Nachrichten machten ihnen oft Angst, 33 Prozent gaben an, dass sie von TV-News oft schlechte Laune bekommen. Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) schaut daher nicht besonders gerne Nachrichtensendungen, weil sie als frustierend wahrgenommen werden. Ein Drittel (34 Prozent) der Befragten würde dagegen häufiger News-Formate schauen, wenn dort mehr positive Nachrichten gezeigt würden. In der Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen lag dieser Anteil sogar bei 42 Prozent.

80 Prozent wünschten sich, dass nicht nur über Probleme berichtet wird, sondern auch über Lösungsansätze. Bei den jungen Zuschauern wünschen sich sogar 87 Prozent mehr konstruktive Nachrichten. 73 Prozent der Zuschauer wollen mehr Nachrichten, die Mut machen, 68 Prozent würden sich über mehr humorvolle Berichte freuen. Knapp die Hälfte der Zuschauer (47 Prozent) wollen weniger Bilder von Tod, Leid und Elend sehen, 31 Prozent wünschen sich weniger Berichte über Kriege, Krisen und Katastrophen.

Außerdem fragte Forsa nach der Häufigkeit guter Nachrichten in den verschiedenen Medien. Am besten schnitt hier der Hörfunk ab: 49 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, das im Radio besonders häufig gute Nachrichten gesendet werden. 43 Prozent sehen in Tages- und Wochenzeitungen häufig positive Meldungen, 40 Prozent in den Fernsehnachrichten, in Nachrichtenmagazinen finden nur 29 Prozent der Befragten häufig gute News. Am schlechtesten schneiden in dieser Beziehung Online-Nachrichtenportale ab. Nur 25 Prozent der Befragten nehmen hier häufig positive Nachrichten wahr.

In vielen Redaktionen wird derzeit über Constructive News nachgedacht: So hatten sich erst kürzlich mit ZDF-Moderator Claus Kleber und ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke zwei namhafte TV-Journalisten dafür ausgesprochen, im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise explizit auch über positive Aspekte und Lösungen zu berichten. Auch Spiegel Online experimentiert derzeit mit Constructive News. dh
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