RTL Group TV-Konzern zahlt Sonderdividende / Umsatz sinkt

Donnerstag, 22. August 2013
Die RTL Group hat im 1. Halbjahr 2,78 Milliarden Euro umgesetzt
Die RTL Group hat im 1. Halbjahr 2,78 Milliarden Euro umgesetzt

Angesichts der Konjunkturprobleme in vielen europäischen Märkten muss die RTL Group im 1. Halbjahr 2013 ein Umsatzminus von 1,3 Prozent hinnehmen. Der Umsatz sinkt auf 2,78 Milliarden Euro. Nur der deutsche Werbemarkt war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) stieg trotzdem deutlich um 9,1 Prozent auf 552 Millionen Euro - das zweithöchste Ebita in einem 1. Halbjahr in der Unternehmensgeschichte. Entsprechend steigt auch der Nettogewinn der Aktionäre und zwar um 52,6 Prozent auf 418 Millionen Euro. Das positive Ergebnis ist Folge eines harten Sparkurses. Zudem wurde eine Abschreibung auf das spanische TV-Unternehmen Atresmedia aus dem Jahr 2012 rückabgewickelt. Allein diese Rückabwicklung machte rund 72 Millionen Euro aus.

RTL-Chefin  Anke Schäferkordt
RTL-Chefin Anke Schäferkordt
Mit dem Ausblick für das 2013 bleiben die Co-CEOs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch zurückhaltend: "Für das Gesamtjahr bleibt die Visibilität für das wichtige vierte Quartal gering", teilen sie mit. In der Regel werden im wichtigen vierten Quartal im TV-Werbemarkt um die 30 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet.

Trotz des Umsatzrückgangs und der Unsicherheit für das Gesamtjahr, schüttet die RTL Group eine Zwischendividende in Höhe von 2,50 Euro pro Aktie aus - insgesamt satte 387 Millionen Euro. Der Konzern begründet dies damit, einen gewissen Verschuldungsgrad halten zu wollen, "nicht zuletzt, weil Schulden im Vergleich zu Eigenkapital gegenwärtig ,günstig' sind", heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter.

Die Dividende wird im September ausgezahlt. Dies hat der Verwaltungsrat gestern beschlossen. Haupteigentümer ist Bertelsmann. Der Konzern hält 74,9 Prozent der Anteile und kontrolliert damit de facto die RTL Group. Bertelsmann-CEO Thomas Rabe will mit dem Konzern in Bereich abseits des volatilen Werbegeschäfts investieren. Erst im Juli hat der Gütersloher Konzern seine Beteiligung an RTL gesenkt, um mit dem Erlös die Kassen für Akquisitionen zu füllen. Die Sonderdividende dürfte ebenfalls diesem Zweck dienen. pap
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