RTL Group TV-Konzern muss Umsatzeinbußen hinnehmen

Dienstag, 12. November 2013
Der Umsatz der RTL Group ist in den ersten neun Monaten des Jahres leicht zurückgegangen
Der Umsatz der RTL Group ist in den ersten neun Monaten des Jahres leicht zurückgegangen


The trend is your friend - oder eben auch nicht: Obwohl sich die Lage auf den europäischen Werbemärkten im dritten Quartal leicht gebessert hat, muss die RTL Group in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 ein Umsatzminus von 1,5 Prozent hinnehmen. Der Umsatz sinkt demnach auf 4 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war lediglich der deutsche Werbemarkt stabil (plus 0,1 Prozent).
Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) stieg trotzdem um 6,4 Prozent auf 714 Millionen Euro - vor allem durch einen deutlich höheren Ergebnisbeitrag der Mediengruppe RTL Deutschland. Entsprechend steigt auch der Nettogewinn und zwar auf 593 Millionen Euro. Auf die RTL-Group-Aktionäre entfallen davon 535 Millionen Euro (plus 41,2 Prozent). Das positive Ergebnis ist die Folge eines harten Sparkurses. Die RTL Group bleibt damit weiterhin die "Cash Cow" des Mutterkonzerns Bertelsmann, dessen Umsatz und Gewinn in den ersten neun Monaten des Jahres weiter gestiegen ist.

Wichtigster und erfolgreichster Part innerhalb der RTL Group ist nach den ersten drei Quartalen die Mediengruppe RTL Deutschland, die beim Umsatz um 1,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zulegen konnte. Das Ebita stieg sogar um 9 Prozent auf 399 Millionen Euro. Die französische Groupe M6 entwickelte sich nach Unternehmensangaben zwar besser als der Markt, das Ebita ging jedoch um 4 Prozent auf 154 Millionen Euro zurück. RTL Nederland steigerte das Ebita um 5,5 Prozent auf 58 Millionen Euro, während das operative Ergebnis von Freemantle Media deutlich um 8 Prozent auf 77 Millionen Euro zurückging.

RTL-Co-Chefin Anke Schäferkordt (Foto: RTL Group)
RTL-Co-Chefin Anke Schäferkordt (Foto: RTL Group)
Mit dem Ausblick für 2013 bleiben die Co-CEOs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch zurückhaltend: "In das wichtige vierte Quartal hatten wir einen positiven Start. Mit Blick auf die verbleibenden Wochen sind wir zuversichtlich, ein Ebita von mehr als 1 Milliarde Euro für das Gesamtjahr 2013 zu erzielen", teilten sie mit. In der Regel erwirtschaftet die Mediengruppe im vierten Quartal nach eigenen Angaben zwischen 37 und 42 Prozent ihres Jahres-Ebita.

In der vergangenen Woche hatte bereits Hauptkonkurrent Pro Sieben Sat 1 seine Zahlen veröffentlicht und dabei ein deutliches Plus bekanntgegeben. Das weiterhin mit Abstand wichtigste Geschäftsfeld Broadcasting German-Speaking konnte den Umsatz in den ersten neun Monaten um 4,4 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro steigern. Für das Gesamtjahr 2013 rechnet Pro Sieben Sat 1 mit einem Rekordergebnis. fam
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