RTL Group Anke Schäferkordt "nicht zufrieden" mit der Lage bei RTL

Donnerstag, 18. Juli 2013
"Nicht zufrieden": RTL-Group-Chefin Anke Schäferkordt
"Nicht zufrieden": RTL-Group-Chefin Anke Schäferkordt


Anke Schäferkordt hat sich erstmals zu den sinkenden Quoten beim Flaggschiff RTL geäußert. "Natürlich sind wir mit den aktuellen Marktanteilen von RTL nicht zufrieden", sagt die Co-Geschäftsführerin der RTL Group im Interview mit dem "Manager Magazin". Mit dem Erwerb der Rechte an den Qualifikationsspielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und verstärkten Investitionen ins Programm soll der Abstand zur Konkurrenz aber wieder größer werden. Im Juni war der Vorsprung des langjährigen Marktführers RTL auf Pro Sieben in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen auf nur noch 1,5 Prozentpunkte dahingeschmolzen. Mit 13,6 Prozent Marktanteil sank die Einschaltquote bei den jungen Zuschauern auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr. Durch Marktanteilsgewinne bei Vox, RTL 2 und RTL Nitro habe die Senderfamilie der Mediengruppe RTL Deutschland den Abstand auf die Wettbewerber aber vergrößert, rechnet Schäferkordt die Situation schön.

Auch der historisch geringe Abstand auf Pro Sieben ist aus Sicht der langjährigen RTL-Geschäftsführerin nur eine Momentaufnahme: "Wir investieren bereits seit vielen Monaten intensiv in die Programmentwicklung. Und mit den Spielen der Fußball-Nationalmannschaft im Vorfeld von EM 2016 und WM 2018 ist uns wohl ein echter Coup gelungen."

Ob die Rechtekosten von knapp 100 Millionen Euro refinanzierbar sind, ließ Schäferkordt offen. Die Länderspiele seien auch für das Image des Senders wichtig: "Wir investieren mit den Liverechten gezielt in die Marke RTL." Hinzu komme, dass die Qualifikationsspiele "nicht in den werbeschwächeren Sommermonaten stattfinden, sondern auch in der umsatzstarken TV-Saison. Mit dieser Alleinstellung haben diese Livespiele für uns eine deutlich höhere Attraktivität." dh
Meist gelesen
stats