Quotenmessung Sky und WeltN24 werden Gesellschafter bei der AGF

Mittwoch, 11. Januar 2017
Geschäftsführer Willibald Müller führt die AGF in die Zukunft
Geschäftsführer Willibald Müller führt die AGF in die Zukunft
Foto: Goldbach Germany

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) meldet endlich Vollzug. Die seit letztem Jahr geplante Reform des Joint-Industry-Committees, das seit fünf Jahrzehnten die Fernsehquoten erstellt, ist durch. Seit Jahresbeginn ist die AGF eine GmbH und firmiert als Arbeitsgemeinschaft Videoforschung. Die Anteile halten zum Start noch die bisherigen alleinigen Gesellschafter ARD, Mediengruppe RTL Deutschland, Pro Sieben Sat 1 und ZDF. Mit der Hinzunahme weiterer Partner wird ihr Einfluss sinken. Die ersten neuen Gesellschafter werden WeltN24 und Sky, die je 10 Prozent übernehmen werden. Mit weiteren Unternehmen gibt es Gespräche.

In der ersten Runde nicht mit im Boot ist Google – obwohl der Umbau der AGF auch vor dem Hintergrund erfolgt ist, dem US-Konzern mehr Mitspracherechte einräumen zu wollen. Dem Vernehmen nach gilt hier: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Doch wie seit der Einigung von AGF und Google im Frühjahr 2015 klar geworden ist, mahlen auch im kalifornischen Mountain View die Mühlen langsam. Zudem gab es lange Diskussionen über die Güte der Messung der beiden Systeme. Ein unabhängiger Auditor soll nun tiefere Einblicke in die Google-Messsystematik bekommen und darüber urteilen, ob AGF- und Google-Zahlen zusammenpassen. Auch mit Facebook gibt es Gespräche. Die Einigung mit dem anderen großen US-Konzern dürfte sich jedoch noch länger hinziehen als mit Google.

An der Spitze der neu formierten AGF steht – wie bereits im Dezember vermeldet – Willibald Müller, der von Goldbach Germany kommt und zuvor bei Aegis tätig war. Er soll die Frankfurter Quotenmacher führen, die verschiedenen Interessen zwischen den Gesellschaftern und den Lizenznehmern ausgleichen und mehr Tempo in die Entscheidungsprozesse bringen.

Noch in Gründung ist der neue Aufsichtsrat, der künftig über die AGF wachen soll. Ihm sollen neben den Gesellschaftern auch OWM und der Agenturverband OMG angehören. Außerdem wird es einen Forschungsbeirat geben, der die AGF-Geschäftsführung in methodischen und technischen Fragen beraten soll. So soll gewährleistet werden, dass das Gremium auch in der neuen Struktur den Prinzipien eines JICs gehorcht, bei dem alle Marktparteien Mitsprache haben.

"Wir freuen uns ab dem Jahr 2017 als Gesellschafter an der Entwicklung der AGF Videoforschung als wichtiges JIC für den gesamten Bewegtbildmarkt mitzuarbeiten", sagt Torsten Rossmann, Geschäftsführer WeltN24. Und Marcello Maggioni, Chief Commercial Officer und Mitglied der Geschäftsleitung Sky Deutschland, begrüßt "die Entscheidung, der AGF sehr, sich für neue Gesellschfter sowie für die Entwicklung zukunftsweisender, neuer Messverfahren zu öffnen". Sky misst die Abrufzahlen auf den eigenen Plattformen neuerdings mit dem Ansatz Sky 360. pap

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